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Kunst/Kunsthandwerk · Kunsthandwerkliche Sondersammlungen · Metall

Inventarnummer: Me 123

Abbildung

Amtskette

Riegel, Ernst (1871-1939) (Goldschmied)
1910
Darmstadt
Gold, 18-karätig
Feingold
Email (36)
Malachit
D: 43 cm
L: 56 cm
G 850 g

Beschreibung

Amtskette des Oberbürgermeisters, Gold. Zwölf Kettenglieder verbinden vier breite Glieder mit den Symbolen von Kunst, Handel, Industrie und Wissenschaft sowie sieben Glieder mit der stilisierten Linde als Symbol für Leipzig. Am unteren Schild mit dem sächsischen Wappen hängt das Leipziger Stadtwappen. Die Kettenglieder symbolisieren eine schützende Stadtmauer. Bez. auf der Rückseite: "Angefertigt im Ernst-Ludwig-Hause zu Darmstadt 1910"
bez. auf der Rückseite: "Angefertigt im Ernst-Ludwig-Hause zu Darmstadt 1910", auf der Rückseite die Widmung von Geh. Kom. Rat G. Philipp. 25.V.1910 ...

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GOS-Nr. me000149

Ständige Ausstellung im Alten Rathaus
1. Etage: Leipzig original

Exponattext

Amtskette des Oberbürgermeisters

Ernst Riegel (1871 - 1939)

Darmstadt 1910

18-karätiges Gold und feingold,Email

36 gschliffene Malachite

L 56 cm, D 43 cm

bez. auf der Rückseite:Angefertigt im Ernst-Ludwig-Hause zu Darmstadt 1910

Zwölf Kettenglieder verbinden vier breite Glieder mit den symbolen von Kunst, Handel, Industrie und Wissenschaft sowie sieben Glieder mit der stilisierten Linde als Symbol für Leipzig. Am unteren Schild mit dem sächsischen Wappen hängt das Leipziger Stadtwappen. Die Kettengleider symbolisieren eine schützende Stadtmauer. Der Oberbürgermeister trägt diese Kette auch heute noch bei wichtigen Anlässen.

Die Kette wurde 1909 von Kommerzienrat Philipp gestiftet und 1938 vom Hauptamt der Stadt an das Museum übergeben. Der Goldschmidt Ernst Riedel war von 1906 bis 1912 Mitglied der Darmstädter Künstlerkolonie, einem führenden Zentrum für Kunsthandwerk des Jugendstils.

In der Stadtverordnetensitzung vom 17.Januar 1900 stellte Kanzleirat Jähne den Antrag, darüber zu beschließen, die "Spitzen unserer beiden städtischen Körperschaften, das heißt die beiden Herren Bürgermeister und die drei Stadtverordneten-Vorsteher mit einem äußeren Zeichen ihrer Amtswürde (Amtskette oder dergleichen) zu versehen." Als Beispiel führte er Dresden (seit 11.Dezember 1896 Amtskettenordnung) und Berlin an, und am 29.November wurde Stadtbaurat Scharenberg beauftragt, "weiteres vorzubereiten".

Erst im Dezember 1903 beauftragte der Rat Dr. Richard Graul, auf einer Reise nach Belgien diesbezügliche Erfahrungen zu sammeln. Danach sollte der Rechts- und Verfassungsausschuss wieder darüber beraten. Dieser empfahl nach seienr Sitzung am 31.Dezembr 1904 dem Plenum, eine vergoldete Kette für den Oberbürgermeister und eine silberne für den Stadtverordnetenvorsteher bzw. seinen Stellvertreter zu beschaffen.

Zunächst erörterte man die Gestaltung der Kette. Man war sich "im übrigen darüber einig, dass Ketten für die übrigen Ratsmitglieder nicht für erforderlich erscheinen, da bei besonders wichtigen Angelegenheiten, wo eine Kenntlichmachung der Vertreter des Rates erwünscht sein könnte, in der Regel der Oberbürgermeister oder Bürgermeister den Rat vertreten werden."

Auch in der Ratsplenarsitzung vom 09.Januar 1904 wurde noch keine Entscheidung getroffen, da erst der Bericht von Dr. Graul abgewartet werden sollte.

Am 9.August 1904 überreihte Scharenberg Oberbürgermeister Tröndlin einen Entwurf, d.h. eine Zeichnung mit den zu erwartenden Kosten. In der Ratsplenarsitzung vom 19.November 1904 wurde darüber debattiert, ob so eine Kette echt sein müsse oder auch unechte Elemente enthalten dürfe - z.B. die Perlen in Scharenbergs Entwurf.

"Man beschließt einstimmig, nur echtes Material zu verwenden 10500 M dafür zu verwilligen und Zustimmung der Stadtverordneten einzuholen. Es wird angeregt, an Stelle des Kopfes des Königs das sächsische Wappen anzubringen. Auch Anbringung des Rathausturmes wird angeregt. Herr Baurat Pommer empfiehlt einfach ein Ornament. Es sollen noch Entwürfe vorgelegt werden."

Der Leipziger Juwelier Heinrich Schneider, Rathausgewölbe 12, veranschlagte am 9.August 1904 für eien Ausführung in Gold 5 000 bis 6 000 Mark, dazu kämen die echten Steine und Email (4 Saphiere à 120 mark, 3 Rubine à 800 Mark, 12 Perlen 1000 bis 1200 Mark). Dem Kostenvoranschlag war eien Abbildung der goldenen Amtskette des Oberbürgermeisters der Stadt Emden aus der Kunstbeilage des Journals der Goldschmiedekunst beigelegt.

Am 16.Dezember 1904 legte Schneider den Stadtverordneten einen neuen konkretisierten Kostenvoranschlag vor, der Folgendes beinhaltete:

Modelle und Modellierunsgkosten 2000 Mark, Ausführung in Gold 5000 Mark, Ausführung in Silber 1600 Mark, Acht Saphire 300 Mark, Sechs Rubine 1500 Mark, Zwei feste Behältnisse 100 Mark Der Vorschlag wurde als zu teuer abgelehnt.

Am 3.Januar 1905 entschlossen sich die Leipziger Stadtverordneten, 47 Städte anzufragen, ob dort Amtsketten vorhanden seien. Daraufhin antworteten 38 Städte positiv, dort gab es Amtsketten für verschiedene Amtsträger und in verschiedenen Ausführungen (Berlin, München, Breslau,Köln, Frankfurt a.M., Magdeburg, Hannover, Düsseldorf, Königsberg, Nürnberg, Altona, Stettin, Straßburg, Charlottenburg, Barmen, Danzig, Halle/Saale, Braunschweig, Dortmund, Aachen, Krefeld, Mannheim, Essen, Kiel, Karlsruhe, Augsburg, Kassel, Erfurt, Mainz, Wiesbaden, Posen, Duisburg, Görlitz, Würzburg, Potsdam, Münster, Freiburg i.Br.,Bonn)

acht Städte gaben negative Auskunft (Stuttgart, Mühlhausen/Elsass, Darmstadt, Metz, Rostock, Hamburg, Bremen, Lübeck) nur Elberfeld antwortete nicht auf die Anfrage

Im Februar 1905 lehnten die Stadtverordneten die Beschaffung einer Amtskette ab.Kurz darauf erhielt der Oberbürgermeister die Empfehlung von Dr. Richard Graul,Ernst Riegel mit der Herstellung der Ketten zu betrauen.

1909 stiftete der Geheime Kommerzienrat Gustav Philipp die Kette für den Oberbürgermeister;die Stadtverordneten stimmten zu.

Am 17. Juni 1910 genehmigte Seine Majestät Friedrich August III. auf Anfrage allergnädigst, dass der Oberbürgermeister die Kette trage, und dei Anbringung des sächsischen Wappens wie auch der Krone. Es wurde jedoch eien heraldische Richtigstellung erbeten, da dei Bügelform über dem Reif der Kaiserkrone angehörte. Auch die heraldische Richtigstellung des Stadtwappens wurde angemahnt, doch mit Bezug auf "die Schrift Gustav Wustmanns über das Leipziger Stadtwappen" überließ das Ministerium des Innern"die Entschließung dem Oberbürgermeister von Leipzig". Die Richtigstellung bezog sich auf die Mauerkrone über dem Wappen.

Doris Mundus

English

Twelve links connect four broad links with the symbols of art, commerce, industry and science as well as seven links with the stylised lime tree symbolizing Leipzig. The municipal coat of arms is attached to the lower shield with the Saxon coat of arms. The links represent a protecting city wall.

The mayor still wears this chain of office on important occasions.

Ausstellungsthema

Das Alte Rathaus als Ort der Stadtverwaltung

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Schlagwort

Stadtverwaltung

Darstellung

Lindenbäume / Stadtwappen / Wappen, sächsisches

Erwähnung / Bezug

Darmstadt (Erwähnter Ort)
1910 (Erwähnte Zeit)

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