Inhaltliche Erschließung und Digitalisierung des Autographenbestandes
Kurze Projektbeschreibung
Im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zunächst für die Dauer von zwei Jahren geförderten Projektes konnten von Mai 2009 bis April 2011 aus dem Autographenbestand des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig 2.357 Handschriften zum Thema “Befreiungskriege” sowie 5.757 Schriftstücke aus dem Bereich “Musik” inhaltlich und elektronisch mit Hilfe der vom Zuse-Institut Berlin entwickelten Museums-Datenbank GOS erschlossen werden.
Diese Daten können online sowohl auf der Homepage des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig als auch im zentralen Verbundnetz für Nachlässe und Autographen, Kalliope, recherchiert werden.
Ab Mitte 2011 können in einem dritten Projektjahr insgesamt etwa 4.100 ausgewählte Handschriften aus den Themengebieten “Bildende Kunst”, “Theater” und “Stammbücher” bearbeitet und digitalisiert werden.
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Aktueller Stand der Erschließung (Juni 2011)
Zur Zeit können alle 2.357 Handschriften der Thematik “Befreiungskriege” in Form von 6.918 Scans auf der Homepage des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig eingesehen werden. Hinzu kommen 801 Autographe aus dem Bereich “Musik”, die mit 3.195 Digitalisaten vertreten sind.
Neben der umfangreichen Recherche in der Online-Datenbank hat der Nutzer ebenso die Möglichkeit, alle Dokumente mittels des DFG-Viewers am Bildschirm zu betrachten, darin zu blättern und sich Details zu vergrößern.
Die restlichen Musik-Schriftstücke werden in den nächsten Monaten sukzessive gescannt. Die kontinuierliche Erweiterung der Datenbank erfolgt in halbjährlichen Abständen. Alle bisher aufgenommenen Handschriften sind ohne Digitalisate im zentralen Verbundnetz für Nachlässe und Autographen - Kalliope online einsehbar. Bei dringend benötigten Kopien kann sich der Nutzer gerne an das Museum wenden.
>> Liste aller aktuell recherchierbaren Autographe
Autographenbestand “Befreiungskriege”
Aufgrund des bevorstehenden 200. Jubiläums der Völkerschlacht im Jahr 2013 wurde im Mai 2009 mit der Bearbeitung des 2.357 Autographe umfassenden Bestandes “Befreiungskriege” begonnen. Herausragende historische Quellen dieses europaweit einzigartigen Bestandes konnten nun erstmals der weltweiten Nutzung zugänglich gemacht werden. Besonders erwähnenswert ist hierbei vor allem der Nachlass des Generalauditeurs Karl Friedrich Friccius.
Autographenbestände “Musik” und “Theater”
Von Februar 2010 bis April 2011 wurden alle 5.757 Handschriften aus dem Bereich “Musik” inventarisiert. Dieser Teilbestand lebt vor allem durch seine interessanten Privatsammlungen und Nachlässe und kennzeichnet Leipzig als internationale Musik- und Theaterstadt. Herausragend sind hier vor allem die Hinterlassenschaften von Felix Mendelssohn Bartholdy und Marie Lipsius.
Ab Herbst 2011 erfolgt die wissenschaftliche Erschließung der knapp 1.100 Handschriften des Gebietes “Theater”. Von großem Interesse sind hierbei die Sammlungen bzw. Nachlässe des Schriftstellers Roderich Benedix, des Juristen und Mäzens Heinrich Blümner sowie des Theaterkritikers Franz Emil Willmann.
Autographenbestand “Bildende Kunst”
Voraussichtlich ab Mitte 2011 wird zunächst mit der Bearbeitung des Briefwechsels des anerkannten Leipziger Bildhauers und Graphikers Max Klinger mit seiner langjährigen, jedoch inoffiziellen Lebensgefährtin Elsa Asenijeff begonnen, der tiefe Einblicke nicht nur in beider Beziehung sondern auch in das Wirken und Arbeiten des Künstlers bietet. Etwa 1.500 Handschriften gehören zu diesem sehr interessanten Bestand.
Autographenbestand “Stammbücher”
Im Frühjahr 2012 erfolgt die inhaltliche Erschließung von etwa 30 ausgewählten Stammbüchern mit ca. 1.500 Einzeleinträgen begonnen. Stammbücher waren vor allem im 18. und 19. Jahrhundert bei Studenten sehr beliebt und sind für die Geschichte der Universitäten und ihrer Angehörigen oft eine unschätzbare Quelle, liefern aber ebenso wichtige Antworten zur allgemeinen Kultur-, Kommunikations- oder auch Mentalitätsgeschichte. Im Bestand des Museums sind überdies auch zahlreiche Musiker-Stammbücher oder Alben zum Thema Medizin vertreten und äußerst interessant.
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