Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Autographenbestand

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Inhaltliche Erschließung und Digitalisierung des Autographenbestandes


Autographenbestand “Befreiungskriege”

In den Jahren 1813-1815 lag Europa im Epizentrum der Weltgeschichte. Ein Höhepunkt und Entscheidungsschlacht der Befreiungskriege war die Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813, die mit einer Niederlage Napoleons endete, der vernichtend geschlagen wurde. Dabei kämpften Truppen der Verbündeten Österreich, Preußen, Russisches Reich und Schweden gegen die Truppen des französischen Kaisers Napoleon. Mit insgesamt 510.000 beteiligten Soldaten aus über einem Dutzend Völker war dieser Kampf bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges die größte Schlacht der Weltgeschichte und wurde für die folgenden Jahre das Signal für die nationale Befreiung und für die Hoffnung auf nationale Einigung Deutschlands. Der 5. Koalitionskrieg, der mit dem Winterfeldzug 1814 endete, brachte mit dem völligen Sieg der Koalitionsmächte England, Russland, Österreich, Preußen und Schweden über Napoleon I., dem Fall von Paris und der Abdankung sowie Verbannung Napoleons nach Elba die revolutionäre Expansion Frankreichs zum Stillstand. Die vernichtende Niederlage bei Waterloo bereitete der Ära Napoleon mit dem entscheidenden Sieg Wellingtons und Blüchers ein endgültiges Ende. Der als Befreiungskriege bekannten Zeit folgte als Resultat die Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongress 1815.

Die große Völkerschlacht bei Leipzig 1813 war für die Stadt Leipzig ein so einschneidendes Ereignis, dass bereits kurz danach Erinnerungsstücke gleich welcher Art begeistert gesammelt und bewahrt wurden. Briefe sowie andere Handschriften gehörten sehr bald zu den begehrtesten Objekten. Aus diesem Grund gibt es neben zahlreichen aufschlussreichen Briefen über die Kriegsereignisse auch viele unscheinbar anmutende kleine "Zettel", seien es nun Quartierscheine oder ähnliche kurze Informationen. Die Befreiungskriege gehören nach wie vor zu den bevorzugten Gegenständen historischer Forschung und bilden zugleich einen der wichtigsten Bezugspunkte nationaler Identifikation und Traditionsbildung.

Zeitnah zum 200. Jubiläum der Völkerschlacht bei Leipzig wurde von Mai 2009 bis Januar 2010 der 2.357 Autographe umfassende und bisher unbearbeitete Handschriftenbestand "Befreiungskriege" erschlossen. Der größte Teil der Handschriften wurde dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig zu seiner Gründung vom Leipziger Geschichtsverein und dessen Mitglied Hermann Schulz geschenkt, der aus persönlichem Interesse allein 1.400 Autographen akribisch und systematisch zusammengetragen hatte und damit den Grundstock für die Autographensammlung des Hauses legte. Herausragend ist hierbei vor allem aber auch der Nachlass des Juristen und Generalauditeurs der preußischen Armee, Karl Friedrich Friccius, der an sämtlichen Schlachten der Jahre 1813-1815 mitgewirkt hatte, mit 439 Einzelstücken. Vor allem die zahlreich vorhandenen Briefe an die Ehefrau geben einen nahezu tagesgenauen detaillierten Ausblick auf die jeweiligen Stellungen der französischen sowie alliierten Armeen während der Befreiungskriege und sind für Militärhistoriker von großem Interesse. Friccius vermachte dem Museum mit seinen Aufzeichnungen eine aussagekräftige Hinterlassenschaft. Ferner liegen 1.102 Handschriften der sogenannten “Verbündeten” und 816 Schriftstücke der “Franzosen” vor.

Um nur einige der darin enthaltenen Namen zu nennen: Neben Napoleon I. sind auch Regenten der Allianzkoalition wie Zar Alexander I. von Russland, König Friedrich Wilhelm III. von Preußen, Kaiser Franz I. von Österreich oder auch Karl XIII. von Schweden handschriftlich vertreten. Auch Autographen der preußischen Staatsmänner Karl August von Hardenberg und Wilhelm von Humboldt oder der Feldherren von Scharnhorst, von Gneisenau und von Blücher gehören zum Sammlungsbestand.

Aktueller Stand der Erschließung

Mehr 2.200 Handschriften aus dem Bestand "Befreiungskriege" können über die Homepage des Stadtgeschichtlichen Museums in digitaler Form eingesehen werden. Neben der umfangreichen Recherche in der Online-Datenbank hat der Nutzer ebenso die Möglichkeit, alle Dokumente am Bildschirm zu betrachten, darin zu blättern und sich Details zu vergrößern.

Hier finden Sie eine Liste der aktuell recherchierbaren Autographe aus dem Bestand "Befreiungskriege".

Ausgewählte Handschriften

 

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