Gefäß

Konische, zylindrische, bauchige, seltener doppelkonische Formen, häufig mit betonter Fußzone oder ausgeprägtem (abgesetztem) Fuß oder Hohlfuß werden traditionell im Anwendungsbereich als Becher bezeichnet; auch Henkel sind möglich .
Proportion: In der Regel ist Mündungsdurchmesser D kleiner als die Gefäßhöhe H (Übergänge zur Trinkschale).
Hauptfunktion: Trinken, Messen

· Becher

Grundform_Becher

· · Akeleipokal

Pokalform mit akeleiblütenähnlicher Ausformung der Kuppa

· · Andenkenbecher

Beliebige Formen und Materialien; wiederholt identisch mit (->) Badebecher

· · Badebecher

Meist hohe, zylindrische bis konische, zum Teil auch in der Aufsicht querovale Becherformen, häufig mit Ansichten des Badeortes, einer Kurquelle, einer beliebigen Sehenswürdigkeit sowie hinweisenden Inschriften
Syn.: Andenkenbecher, Andenkenglas, Karlsbader (Bade-) Becher (in der Aufsicht querovale Form mit tief ansetzendem Saugrohr)

· · Berkemeyer

Becherform des 16./17. Jahrhunderts (Nuppenbechertypus) mit Nuppenreihen im unteren Bereich, dekorfreiem Oberteil (leicht ausladend) und einem trennendem Glasfaden (s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 130)

· · Bock(bier)glas

Hohe zylindrische Becherform mit deutlich abgesetztem, schwerem Fuß

· · Daubenbecher

Konische Becherform, aus Dauben gefertigt, stabilisiert mit Hilfe zweier quer verlaufender Bünde aus pflanzlichem oder metallenem Material (s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 66); zur vielgestaltigen Daubentechnik s. Abschnitt "Bibliographische Hinweise": "Holz", v.a. Gebhard, Paulsen und Schniek)

· · Daumenbecher

Leicht bauchiges bis zylindrisches, größerformatiges Becherglas mit mehreren daumenartigen Einstülpungen

· · Eierbecher

(->) Fußbecher

· · Eisbecher

Becher mit schalen- bis kegelförmiger Kuppa

· · Eisenbahnerglas

Konische, meist hohe Becherformen (Glas) mit dem gemodeltem ("in der Form") geflügeltem Rad (Eisenbahnermotiv)

· · Fadenbecher

Becherform mit frei aufgelegtem bzw. gesponnenem, umlaufendem Glasfaden (s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 134; Klesse, Glaskatalog Köln; Beispiele in den meisten Publikationen zum mittelalterlichen Glas und zur Zeit um 1900)

· · Flügelglas

Flügelartig erweiterter Stiel bei venezianischen/niederländischen Kelchgläsern, meist mit kegelförmiger bis glockenförmiger Kuppa (s.a. Klesse/Mayr, zahlr. Abb.)

· · Fußbecher

Bei üblicher Becherform (zylindrisch, konisch oder bauchig) ist der Funktionsteil mehr oder minder deutlich von einem Fußteil abgesetzt. Materialgleiche oder unterschiedliche Fußteile, aus einem Stück oder zusammengesetzte Varianten (s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 138) sind zu beachten

· · Häufebecher

Ineinander gestellte runde bis sechskantige Becherformen; vorwiegend aus edlem Material (Silber)

· · Humpen

Meist zylindrische bis leicht gebauchte (tonnenförmige) Becher; Übergrößen bis zu drei und mehr Liter in der Renaissance- und der Barockzeit (auch im Historismus)

· · Kakaobecher

Gefußte Becher (-> Fußbecher) mit vorwiegend glockenförmiger Kuppa und glatter bis gerippter Oberfläche; meist aus Steingut oder Porzellan; häufig mit einfachen Inschriften (z.B. "Wohl bekomms", "Sei glücklich" etc.)

· · Kelch-Pokal

Letztlich handelt es meist um gefußte Becherformen bzw. Becherformen mit ausgeprägtem Stiel und mit oft spezifischer Ausformung der Kuppa ("Römer") oder des Fußes. Zu bestimmten Zeiten und Stilen wurden bei hervorgehobeneren Ausführungen wie Pokalen (meist) reich geformte und verzierte Deckel hergestellt.

· · Kopf

Scheuerähnliche Form; als Trinkgefäß aus Holz; in Niederbayern auch leicht bauchige bis zylindrische Hohlmaßform , ca. 3/4 l Inhalt; s.a. Abschnitt "Sonderformen":

· · Koppchen

Schalenförmige Becher bzw. kleine Schalen aus Porzellan; s.a. Abschnitt "Schale": (->) Koppchen

· · Krause

Meist kugelförmiger Gefäßkörper mit Linsenboden und sich trichterartig öffnender Gefäßmündung; verbreitete spätmittelalterliche Form aus Keramik (s.a. Dexel I/II, 1980, S. 182)

· · Krautstrunk

Vorwiegend bauchige bis konische (->) Nuppenbechervariante

· · Kumme

Schalenartige Becher-/Schalenform, auch synomym zu Abschnitt "Schale": (->) Napf

· · Nautiluspokal

Reich geschmückte Pokalform mit Kuppa in Nautilusform (Meeresschneckenart)

· · Nuppenbecher

Zylindrische bis bauchige Becherform mit aufgesetzten, bis zu ca. 2 cm großen, stark plastischen bis flächig verblasenen Glastropfen (zahlreiche Beispiele in der Glasliteratur bis zum Beginn der Neuzeit); vgl. (->) Berkemeyer, (->) Krautstrunk; (->) Stangenglas

· · Ölglas

Stielglasform mit horizontal umgelegtem Rand an der glockenförmigen Kuppa und hochbalusterartig geformtem Stiel; als stielglasähnliches Probierglas mit glattem Randabschluß und mit kleiner Vertiefung am Kuppaboden zum Absetzen der Hefe

· · Paßglas

Hoher zylindrischer bis konischer Becher mit in regelmäßigen Abständen parallel umlaufenden, glatten oder gekerbten Glasfäden (s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 153); verwandt mit hohen (->) Fadenbechern mit weitem Fadenabstand

· · Pokal-Römer

Größere und reich geschmückte gefußte Becherformen, oft mit bauchiger, einziehender Kuppakontur, werden als Pokale angesprochen

· · Probierglas

(->) Ölglas

· · Ranftbecher

Konisch zulaufende Becherform mit auffallend starker Fußplatte und oft vertikalem Schliffdekor dieser Fußplatte; typische Glasform des 19. Jh.

· · Ringelbecher

Meist konische bis bauchige (Glas-) Becherform mit vorwiegend schmelztechnisch in Ösen eingehängten kleinen Ringen; Form des 17./18. Jahrhunderts, die im Historismus wieder auflebt (s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 154).

· · Rippenbecher

(Glas-) Becherform mit in die Form geblasenen, teilweise auch aufgelegten Glasfäden, vorwiegend vertikalen bis diagonalen Rippen (s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 164)

· · · Kreuzrippenbecher

Meist konische bis zylindrische Becherform mit in typischer Weise "gekreuzt" erscheinender, "optisch" geblasener Wandung (s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 150, Abb. 187; Reineking v. Bock)

· · Rockenbecher

Zum Benetzen der Finger beim Flachsspinnen; häufig (sekundär) kleine (Salben-) Töpfe

· · Rüsselbecher

Becherform der Merowingerzeit und der Renaissance mit rüsselartigen, hohlen Applikationen an der Glaswandung; Typus des Sturzbechers; Form, die im Historismus wieder auflebt.

· · Schalenbecher

S. Abschnitt "Schale": (->) Maigelein

· · Scheuer

S. Abschnitt "Schale": (->) Doppelscheuer

· · Schlangenhautbecher

Edelmetallbecher mit spezifischem Oberflächendekor

· · Schnapsglas

Kleinformatiger (Fuß-) Becher; häufig mit einfachen Zierelementen wie z.B. "eingestochener" Blase (s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 158); vgl. (->) Probierglas

· · Sektflöte

Stielglas mit hoher, meist spitzkegelförmiger Kuppa (s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 136)

· · Sektkelch

Stielbecher mit kegelförmiger Kuppa

· · Spechter

Hohe Becherform mit erhabenen, quaderartigen Dekorelementen; typisch für den Spessart; sehr selten intakt erhalten (s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 160, Abb. 201)

· · Stangenglas

Hohe spätmittelalterliche-frühneuzeitliche Nuppenbecherform ("Waldglas"); rezent handelt es sich um zylindrische Becherform(en) ohne Applikationen mit glattem Rand.

· · Stielbecher

Becher mit unterschiedlicher Kuppaform auf hohem, meist glattem Stiel (s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 142); s.a. (->) Sektflöte, (->) Sektkelch

· · Sturzbecher

Becher- bzw. Kelchform ohne Stand, die in der Hand gehalten wird oder leer umgestürzt gelagert werden kann; vorwiegend aus Glas (s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 58; Kämpfer, Abb. 46, 49; Lipp, Abb. 190), aus Steinzeug (Reineking, Steinzeug); in Keramik häufig in anthropomorpher Ausführung; s.a. (->) Rüsselbecher und (->) Taumler

· · Taumler

(->) Sturzbechervariante, funktionsgleiches, schalenartiges Pendant (s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 60)

· · Trichter(hals)becher

Kugelförmiger Gefäßkörper mit Wellrandfuß, engem Hals und betont ausladender Trichtermündung; zahlreich in Bodenfunden über Deutschland und angrenzende Länder verbreitet, vorwiegend 15./16. Jh. (Reineking v. Bock, zahlr. Abb.; s.a. Dexel I/II, 1980, S. 185); selten auch als Sturzbecherausführung

· · Vierpaßbecher

Im Fränkischen weiter verbreitete Becherform des späten Mittelalters, sie wird durch einen konkaven Fußteil und eine bauchig ausladende Kuppa mit Vierpaßmündung charakterisiert (Irdenware).

· · Warzenbecher

Verwandt mit den "Nuppenbechern", jedoch werden die "Warzen" mit Hilfe einer Form hergestellt und nicht mit heißer Glasmasse tropfenförmig aufgesetzt wie die Nuppen; Form konisch/zylindrisch bis keulenförmig (->) Keulenglas; (s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 162).

· Flasche

Hohlgefäß mit meist erkennbar abgesetztem Hals und enger Mündungsöffnung. Die Flasche kann gegebenenfalls auch einen Henkel (selten: mehrere) oder einen kleinen ("gezogenen") Ausguß aufweisen. Übergangsformen zur Kanne kommen vor.
Regional, vor allem im Rheinland, werden die Mineralwasserflaschen auch als "Krüge" bezeichnet; s.a. Abschnitt "Krug".
Proportionen: Die Gefäßhöhe H entspricht dem ca. 3 bis n-fachen Mündungsdurchmesser D
Hauptfunktion: Transport, Lagerung, Trinken

· · Ansetzflasche

Großvolumige Enghalsflasche (vor allem Glas, Steinzeug; Reinartz, Abb. 1506)

· · Bettflasche

Urinale, männlich (vorwiegend Glas, Porzellan, emailliertes Eisenblech; Reinartz, Abb. 1827, 1893); s.a. Abschnitt "Sonderformen": (->) Bettpfanne (= Leibschüssel)

· · Bitterwasserflasche

(->) Vierkantflasche, mit Brunnen- bzw. Vertreiberstempel; speziell für druckarme (kohlensäurearme) Mineralwässer

· · Bludser *

Bauchige Henkelflasche (glasierte Irdenware; gelegentlich Steinzeug; süddeutsch; österreichisch)

· · Essig- und Ölflasche

Meist als Doppelflasche oder zumindest durch eine Fassung miteinander verbundene Flaschenkombination aus Glas ausgeführt; teilweise gekreuzt oder gebogen ausgeführte Flaschenhälse, üblicherweise mit Stöpsel (s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 134; Reinartz, A. 1791, 1832); auch als Sonderform ansprechbar

· · Feldflasche

Flachflasche (Holz, Irdenware, Aluminium), oft mit Ösen an den Schmalseiten; häufig einseitig flach und auf der anderen Seite leicht gewölbt (s.a. Dexel I/II, 1980, S. 158, 159)

· · Flachflasche

Flach/platt gedrückter Gefäßkörper (s.a. Dexel I/II, 1981, S. 70f.
Syn.: Bocksbeutel, Feldflasche, (->) Flachmann, Plattflasche, (->) Schnupftabakflasche, Tabakflasche (altbayrisch: "Schmaiglasl")

· · · Bocksbeutel

Bocksbeutel

· · · Flachmann

Meist bis 200 ml fassende, im Querschnitt ovale Flaschenform (Glas, Metall) für durchweg hochprozentige Alkoholika

· · · Schnupftabak(s)flasche

Meist faustgroße Flach-/Plattflasche (zahlreiche Materialien, vor allem Glas); vereinzelte Übergrößen (Stammtisch); (Schaefer, zahlr. Abb.)
Syn.: "Schmaiglasl"; Tabakflasche; gelegentlich handelt es sich jedoch typologisch um eine Schnupftabakdose.

· · · Sputumflasche

Hochovale (->) Flachflaschenform (Glas) mit Graduierung bis zu 100 ml und Schraubkappenverschluß, häufig aus vernickeltem Eisen; kobaltblaues oder braunes Glas; zur Aufnahme des Auswurfes Lungenkranker

· · Flacon

Meist kleine Flasche mit Stöpsel, meist in dekorativer Form und oft mit verzierter Oberfläche (vorwiegend Glas)

· · Geflügeltränke

Flaschenform-Variante; s.a. Abschnitt "Sonderformen": (->) Geflügeltränke

· · Henkelflasche

Bei der keramischen Grundform ist zumindest zwischen bauchiger und zylindrischer Ausführung zu unterscheiden; (->) Mineralwasserflasche

· · Karaffe

Eine meist dekorierte, oft bauchige (Glas-) Flasche mit Stöpsel (häufig: Kaltbemalung, Emaildekor, Schliff und/oder Gravur, ofentechnische Verzierungen etc.); s.a. (->) Sturzflasche

· · Kettenflasche

Langhalsflasche aus Metall, teilweise in abgeplatter Form und mit einer in Ösen eingehängten Kette um den Hals (s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 106)

· · Kindersaugflasche

Konische bis zylindrische Flasche (Glas, oft verziert; seltener emailliertes Blech) mit enger, etwas abgesetzter Mündung, die eine, oft fehlende Saugvorrichtung ("Sauger") fixiert.

· · Kugel(bauch)flasche

auch als kugelförmige (->) Karaffenform existent; (->) Limonadenflasche

· · Kuttrolf

Flaschenform (Glas) mit einem, meist gewundenen oder auch mehreren (bis fünf) miteinander verschlungenen engen Hälsen und gemeinsamer, schalenartig erweiterter Mündung; wird gelegentlich zu den Scherzgläsern gezählt; weitere Schreibweise: Guttrolf (s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 146)

· · Likörflasche *

Flasche mit Stöpsel; keine definierte Flaschenform, nur durch den Inhalt angesprochen; wiederholt als (->) Karaffe bezeichnet

· · Limonadenflasche

a) "Mit Glaskugel"; in der 2. Hälfte 19. Jh. und im 1. Drittel 20. Jh. befindet sich in einem speziell geformten konischen, teilweise aufgeweiteten Halsteil eine Glaskugel, die als Verschluß dient. Häufig zeigen diese Flaschen ("in der Form") die volle Inschrift des Limonadenherstellers.
b) Rezent meist standardisierte schmuckarme, dickwandige Flaschen (Glas) mit konischem Hals und Plastikschraubverschluß (Vorgänger: Bügelverschluß oder Kronenkorken)

· · Lutterkrug

Fränkisch für zylindrische Flasche (Irdenware, Steinzeug)

· · Maggiflasche

Vierkantige, nach unten konisch zulaufende Flasche (Glas) mit hohem Hals und engmündigem Plastikschraubverschluß mit Tropföffnung

· · Mineralwasserflasche

Meist zylindrische Enghalsflasche (Steinzeug, Glas) mit Henkel und Brunnenstempel; ältere Objekte (18. Jh.) oft leicht gebaucht

· · Nabelflasche

Hochovale Flaschenform (Glas), oft längsoptisch geblasen, etwa in der Hälfte der Höhe sind die Wände deutlich eingedrückt oder stegartig verbunden ("Nabel"; s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 148).

· · Nönnchen

Spätmittelalterliche bis frühneuzeitliche Flaschenform mit kugelartigem Gefäßkörper und engem Hals

· · Pfefferstreuer

(->) Salzstreuer

· · Pulle

Kugelbauchförmige Flasche bzw. Krug (s. Abschnitt "Krug") mit niedrigem Hals; Benennung fast nur für rheinisches Steinzeug des 16./17. Jh.; gelegentlich auch für Glasausformungen

· · Ringflasche

Flachflaschenform mit großem Durchbruch und enger Mündung, meist mit einer Maske am Ausguß dekoriert (vorwiegend Steinzeug; Horschik, S. 437; Reineking v. Bock)

· · Rippenflasche

Zylindrische bis bauchige Flasche (Glas) mit in der Form gebildeten, meist vertikalen Rippen; z.T. auch "optisch" verblasen (s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 156)

· · Salzstreuer

Auch Pfefferstreuer; meist flaschenförmige Gefäße mit Schraubdeckel mit typischem Lochmuster: 1 Loch: Pfeffer; konzentrisches Lochmuster: Salz (bzw. Zucker; s.a. Dexel I/II, 1981, S. 356; Berwing, Abb. 77)

· · Sanduhr

Zwei gegensinnig aufeinander gestellte, kleine bauchige Flaschenformen (Glas)

· · Saugflasche

Jeweils vorweg ist zu klären, ob es sich um eine (->) Kindersaugflasche ("Ludl") handelt oder um ein Laboratoriumsgerät (-> chemiehistorische Fachliteratur); (König, S. 68; Reinartz, Abb. 1576, 158; s.a. Dexel I/II, 1980, S. 181).

· · Schraubflasche

Meist mehrfach (vier- bis achtfach) abgeplattete Flaschenform aus unterschiedlichen Materialien mit (Zinn-) Schraubverschluß, auch mit Ringbügel; zu unterscheiden ist zwischen Schraubstöpsel oder Schraubdeckel (s.a. Dexel I/II 1981, S. 73ff., S. 277); s.a. Abschnitt "Deckel", S. 48 ***. Die Übergänge zu den Topfformen (s. Abschnitt "Einfache Topfformen": (->) Schraubflasche - Schraubtopf und Bonbonglas) sind gleitend.

· · Schusterkugel

Kugelflaschenform (Glas; Reinartz, Abb. 1564)

· · Sechskantflasche

6fach abgeplattete Flaschenform; Glas, Steinzeug und Fayence

· · Siphonflasche

Zylindrische bis kugelförmige Flaschenform mit besonders konstruiertem Pump-Druck-Verschluß (bzw. Einsatz für Kohlensäurepatrone); besonders dickwandiges Glas, oft mit Drahtgeflechtmantel; rezent auch aus Edelstahl

· · Sturzflasche

Meist konische Flaschenform (Glas) mit hohem Hals und einem durch Dekor zugehörigen, konischen Becher, der auf die Mündung "gestürzt" aufbewahrt wird und als loser Staubschutz dient. Sturzflaschen gehörten früher zur Standardausrüstung vor allem der Schlafzimmer (ohne Wasserleitung).

· · Tintenfaß

Variable, auch flaschen- bis topfförmige Ausführungen (auch: topfartiger Einsatz für Schreibzeugkombinationen); vielfältige Materialien v.a. Glas, Steinzeug; manchmal auch flaschenartige, liegende Varianten ("Pelikan"tinte); kann wiederholt auch als "Sonderform" oder "Einfache Topfform" klassifiziert werden.

· · Urinale

Zu unterscheiden ist zwischen Formen für Männer und Frauen; bei der Ausführung für Männer handelt es um eine modifizierte "liegende" Flaschenform (Glas, emailliertes Eisenblech, Steingut, Porzellan).

· · Vierkantflasche

Vierfach abgeplattete Flaschenform (Glas, keramische Werkstoffe, Metalle; vgl. (->) Schraubflasche

· · Wärmflasche

Flaschenform, teilweise in flacher Form, teilweise zylindrisch oder dreikantig (Irdenware, Steinzeugausführungen, Zinkblech, Kupferblech, verzinntes Kupferblech, Messingblech)

· · Weithalsflasche

: Meist Topfform mit eingezogener, zylinderförmiger Mündung, oft mit Binderand (vorwiegend Glas und Keramik, aber auch Zinn). Weithalsflaschen aus Glas werden vor allem in kleineren Hütten bis in das 20. Jahrhundert "frei" geblasen. Dann setzen sich sehr schnell verschiedene industrielle Fertigungstechniken durch (Preßglas, Preßblasglas, Automatenfertigung).
Syn.: (Weithals-) Kruke, Bauchkrug, Vorratsflasche; mit gleitendem Übergang: Bonbonglas mit eingeschliffenem Steckdeckel oder Schraubdeckel (Stülpdeckeltypus); s. Abschnitt "Einfache Topfformen": (->) Bonbonglas

· Kanne

Als bestimmende Merkmale werden bei vergleichbaren Konturen wie bei der Form (->) Topf, d.h. bauchig, zylindrisch, konisch etc., zumindest 1 Henkel und zumindest (->) 1 Ausgußvorrichtung und oft vorhanden, jedoch nicht prinzipiell erforderlich, einen mehr oder minder abgesetzten Halsteil bzw. eine Halszone festgelegt. Gleitende Übergänge bei Ausformungen mit einer kleinen Ausgußmulde zu Topfformen sind häufig und führen in der Literatur zu widersprüchlichen Benennungen des identischen Gefäßes.
Entsprechend der Ausgußform (s. Abschnitt "Gefäßteile und-zonen": (->) Ausgüsse) kann weiter nach Rohrkanne, Schnabelkanne und Schnauzenkanne unterschieden werden (letztere mit eingefalteter Schnauze oder gezogener Schnauze bzw. Mehrpaßmündung).
Regional werden viele Kannen auch als (->) "Krüge" bezeichnet, gelegentlich auch Topfformen mit zylindrisch abgesetztem Hals. So erscheinen formaltypologisch eindeutig unterschiedliche Formen auch in der Fachliteratur bedauerlicherweise unter identischen Namen. Dies ist bei der Namenssuche sorgfältig zu beachten und erklärt auch die nachfolgend genutzte, bisweilen ungewohnte Schreibweise: z.B. Enghalskanne - Enghalskrug (bzw. Rohrtopf - Rohrkanne etc.)
Proportionen: Ähnlich den (->) Topfformen, jedoch liegen die genannten zusätzlichen formalen bzw. funktionalen Merkmale vor. Die Gefäßhöhe H entspricht dem ca. 2-3fachen Mündungsdurchmesser D. Vereinzelt entspricht die Gefäßhöhe dem ca. 1,5 - 4fachen Mündungsdurchmesser.
Hauptfunktion: Gieß- bzw. Schankgefäß, Transport

· · Absei(h)hafen

Doppelhenkelrohrkanne/-topf; häufig in Schwaben (Keramik Schwaben. S. 241, 246). Absei(h)häfen werden bevorzugt dem Umfeld der Milchwirtschaft des 19. Jahrhunderts zugeordnet. Besonders häufig finden sie sich in schwäbischen und mittelfränkischen Sammlungen, doch sind sie auch vereinzelt in Altbayern nachzuweisen.

· · Birnkrug

Bauchige (->) Kannen- bzw. Krugform mit angenäherter Birnform (s. allgemeine Definition der Grundform)

· · Bitsche

Kanne bzw. Krug mit meist konisch-zylindrischer Form; vorwiegend Daubentechnik

· · · Schleifkanne

Reich verzierte, aus Zinn hergestellte, meist hohe Kanne in (->) Bitschen-/Stitzenform (s.a. Dexel I/II, 1981, S. 323)

· · Bügelkanne

Bauchige Bügelkanne mit auf der Schulter auf- oder eingesetztem Rohr; in Ostbayern/Oberösterreich auch in "geschlossener" Form mit einem Ausgußrohr und einem Einfüllstutzen

· · Dreibeinkanne

Grapenform (s. Abschnitt "Einfache Topfformen:(->) Grapen) mit gestrecktem Körper und Rohrausguß (s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 97)

· · Enghals-Kugelbauchkanne

Kugelförmige Gefäßwandung mit hohem (engem) Hals mit den sonstigen Formdefinitionen von Kanne und Krug

· · Flachkanne

Flacher, in der Ansicht meist runder, flacher Gefäßkörper bei sonst üblichen Kannendefinitionen (Henkel, Ausguß; s.a. Dexel I/II, 1980, S. 160)

· · Frankfurter Kanne

Üblicherweise Steinzeugkanne mit birnenähnlichem Umriß und mit meist kleiner Ausgußmulde (= gezogene Schnauze)

· · Gießer

a) niedrige, meist kleinformatige, bauchige bis zylindrische Kannenform mit breitem Ausguß (Mulde) und Henkel (vorwiegend Steingut, Porzellan; Metallegierungen, Zinn); zahlreiche rezente Abbildungen bei Bröhan III
Syn.: Sahnegießer
b) mittelalterliche Keramik: kugelförmiges Gefäß mit kleinem Rohr auf der Schulter; häufig wohl auch als (->) Kindersaugflasche, s. Abschnitt: "Flasche", gebräuchlich gewesen (Irdenware).

· · Gießkanne

Rohrkanne mit meist aufgesteckter oder starr befestigter, typischer Gießmündung; oft mit kombiniertem Bügel und Henkel (meist Zinkblech; gelegentlich Irdenware)

· · Glockenkanne

Glockenähnliche Ausformung des Korpus, mit Ausgußrohr und Bügel (Zinn); Neuaufnahme im Historismus nach einer Form des 16./18. Jahrhunderts (s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, Abb. 106)

· · Grecque-Kanne

Sechskantige Birnkannenform mit Schnauzenmündung; vornehmlich Steingut und Porzellan des 19. Jahrhunderts

· · Helmkanne

Hohe Form mit breiter Ausgußmulde (fast bis zur Breite der Mündung; der Ausguß überragt üblicherweise deutlich den rückwärtigen Teil der Mündung; verbreitet bei Fayence, Porzellan, Steingut und Glas des 19. Jahrhunderts

· · Jakobakanne

Hochovaler bis fast zylindrischer Gefäßkörper, angesetzter, meist zylinderförmiger Hals mit oft um 90 versetzter kleiner Ausgußmulde (rheinisches Steinzeug des 15. Jahrhunderts, sogenannte "geflammte" Ware; s.a. Dexel I/II, 1980, S. 183, 186)

· · Kaffeekanne *

Meist hohe, vorwiegend zylindrische, aber auch bauchiger Rohr- oder Schnauzenkannentypus; häufig zeigen sich gut erkennbare regionale Schwerpunkte der Grundformen.

· · Kakaokanne

Bauchige bis konische bzw. zylindrische Kannenform; ältere Ausführungen (Porzellan) zeigen im Deckel eine Durchbohrung für einen kleinen Rührlöffel. Jüngere, v.a. aus Industriesteingut ab ca. 1900, besitzen einen meist metallenen Siebeinsatz im Steckdeckel, gelegentlich auch in Steinguttechnik.

· · Kleeblattkanne

Meist bauchige Kannenform mit annähernd kleeblattartig verformter Randzone; oft erscheint die zum Gießen vorgesehene Frontseite stärker ausgeprägt (zahlr. Abb. in der allgemeinen, süddeutsch/österreichisch orientierten Irdenware-Literatur).

· · Kran(en)kanne

Meist bauchige bis kugelförmige Krugform auf einem hohen (Dreibein-) Fuß; am Ablauf der Kran(en) = Zapfhahn; oft Metallausführungen (Zinn, Kupfer, Messing); (s.a. Dexel I/II, 1981, S. 357); s. Abschnitt "Einfache Topfformen": (->) Zapflochgefäß

· · Lavabo

a) Kugelförmiges Gefäß mit zwei oder mehr schulterständigen Ausgußrohren (Irdenware, Steinzeug; s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 110; Reineking v. Bock, S. 266)
Syn.: Gelegentlich: Wasserblase
b) Beckenartiges Gefäß mit seitständigen Griffbügeln, häufig reich verziert (Fayence, Irdenware; z.B. im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, im Stadtmuseum in Vilsbiburg; im Stadtmuseum Kelheim etc.; Bodenfunde in Straubing)

· · Mehrpaßkanne

Definition nur über die Mündungsform, Gefäßkontur durchweg bauchig; meistens gezogene oder eingefaltete Schnauzen oder Ausgußmulden; s.a. (->) Schnauzenkanne, (->) Kleeblattkanne)

· · Meßkännchen

Kleine Rohr- oder Schnauzenkanne, meist mit ausgeprägter Fußlösung; oft mit der Inschrift "V" und "A" (Vinum/Aqua, Wein und Wasser; Edelmetalle, Glas)

· · Milchkanne

Meist bauchige bis zylindrische Form mit Schnauzenausguß; häufig nur Funktionsbegriff: formal oft Krug oder Topf mit Zylinderhals, d.h. ohne definierten Ausguß, sondern mit glattem Rand und Steckdeckel. Die Zylinderhalsvariante leitet sich wahrscheinlich vom formidentischen (Eisenbahn-) "Schaffnerkrug" der Zeit um 1900 ab; v.a. bei Email- und Aluminiumausführungen (Preisbuch Amberg 1891)

· · Ölkännchen

a) Zum Gebrauch als Schmiermittelbehälter; ovale, zylindrische bis leicht konische Flaschenformen mit dünnem, oft gebogenem Ausgußrohr auf der Schulter und Einfüllöffnung auf der Oberseite oder an der Spitze, meist mit Schraubverschluß (Eisenblech); wiederholt verkleinerte Form einer (->) Petroleumkanne
b) (->) Meßkännchen (Teil einer "Versehgarnitur")

· · Petroleumkanne

Geschlossene, meist zylindrische Flaschenform mit schmaler Einfüllöffnung mit Schraubverschluß und schmalem Rohrausguß; durchweg Eisenblech oder emailliertes Eisenblech; fast immer mit Aufschrift: Petroleum

· · Ratskanne

a) mittelalterliche rheinische Steinzeugkanne mit hohem, leicht eiförmigem Gefäßkörper, z.T. gefußt;
b) (->) Stegkanne (s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 78)

· · Schnabelkanne

Eher seltenere Bezeichnung für eine beliebige Kannenform mit Schnabelausguß; besonders lange Variante: "Honigkrug" (s.a. Dexel I/II, 1980, S. 376)

· · Schnauzenkanne

Kanne mit unterschiedlichen, meist bauchigen oder konisch/zylindrischen Konturen und unterschiedlichen Schnauzen-Ausgußformen (angesetzte Schnauze; eingefaltete Schnauze, aber auch aus der Mündung gezogene, variantenreiche Muldenformen; (->) Mehrpaßkanne (keramische Werkstoffe, Metalle)

· · · Straßburger Kanne

Konische Schnauzenkanne (Steinzeug), häufig mit eingeritztem Hexagramm, dem alten Brauerzeichen; dieses Symbol wird irrtümlich oft als "Judenstern" bezeichnet.

· · Stegkanne

Kanne mit in der Ansicht meist rundem Gefäßkörper und langem Ausgußrohr (-tülle), das zur Stabilisierung in der Nähe der Mündung mit dem Gefäßhals/-körper mit einem Steg (Rohr oder massiv) verbunden ist (Steinzeug, Metalle; s.a. Dexel I/II, 1980, S. 197; Dexel, Typenkatalog, 1986, S. 80)

· · Teekanne *

Meist niedrige bauchige oder auch zylindrische Rohrkanne, seltener Schnauzenkanne

· · Tüllenkanne

Auf der Wandung eingesetztes Rohr; im Sprachgebrauch (norddeutsch: Tülle; süddeutsch: Rohr) sind Rohr und Tülle meist synonym (Steinzeug, Irdenware; s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 60). Bei den Tüllengefäßen liegt ein sehr breites Spektrum regional stark unterschiedlicher Namensgebung vor.

· · Wasserkessel

Kannenvariante: bauchiges Gefäß mit flachem Boden, Rohrausguß, "Pfeifeinrichtung" und oft mit beweglichem Bügel, vorwiegend aus Metall (s.a. Dexel I/II, 1981, S. 357)

· · Weinkanne *

Formal nicht definiert; meist konisch-zylindrisch bis bauchige Gefäßkontur (Steinzeug, Zinn), z.B. (->) "Straßburger" Kanne; (->) "Frankfurter" Kanne

· · Zunftkanne

Bitschen-/Stitzenform, häufig Zinnausführung; Ausguß als Rohr, Schnauze, Schnabel, meist reiche Ausführung mit Zunftemblemen auf der Schauseite (s.a. Dexel I/II, 1981, S. 323)

· · Zweiring-Enghalskanne

Zwei im allgemeinen senkrecht zueinander montierte Ringflaschen mit/ohne Ausguß und hohem Hals; häufige Form im Historismus (Steinzeug). - Zeitgenössisch: Wurstkrug (!). Der Name Wurstkrug ist möglicherweise eine Verballhornung von "Wulstkrug" (abgeleitet von der rippenartigen Gestaltung der Oberfläche).

· · Zylinderhalskanne

Bauchige bis kugelbauchige, aber auch zylinderförmige Kannen- oder Krugform mit niedrigem bis mittelhohem, durchweg scharf abgesetztem Hals (s.a. Dexel I/II, 1980, S. 64; Dexel, Typenkatalog 1986, S. 88)
Syn.: Enghalskanne - Enghalskrug; s.a. Abschnitt "Krug": (->) Raerener Krug/-Kanne

· Krug

Formale Merkmale wie (->) Kanne; generelle Unterscheidung: Im Gegensatz zur Kanne fehlen besondere Ausgießfunktionen ( = glatter Rand).
Regional werden viele Krüge auch als (->) Kannen bezeichnet, gelegentlich auch Topfformen mit zylindrisch abgesetztem Hals. So erscheinen formaltypologisch eindeutig unterschiedliche Formen auch in der Fachliteratur bedauerlicherweise unter identischen Namen. Dies ist bei der Namenssuche sorgfältig zu beachten und erklärt auch die nachfolgend genutzte, bisweilen ungewohnte Schreibweise: z.B. Enghalskanne - Enghalskrug (bzw. Rohrtopf/-kanne etc.)
In der rheinischen Steinzeugliteratur (-> Bibliographische Hinweise) werden v.a. die zylindrischen Mineralwasserflaschen durchweg als "Krüge" bezeichnet.
Proportionen: Ähnlich den Topfformen, jedoch zusätzliche formale bzw. funktionale Merkmale. Die Gefäßhöhe H entspricht dem ca. 2 - 3fachen Mündungsdurchmesser D. Vereinzelt entspricht die Gefäßhöhe H dem bis zu 1,5 - 4fachen Mündungsdurchmesser.
Hauptfunktion: Trink- und Transportgefäß

· · Bartmannskrug

": Bauchige bis kugelförmige Henkelflasche mit auf der Mündungsvorderseite aufgesetzter Männermaske ("Bartmann"), vorwiegend in rheinischem Steinzeug (Reineking v. Bock, zahlr. Abb.)

· · Birnkrug

Krug mit angenähert birnförmiger Kontur; s. Abschnitt "Kanne": (->) "Frankfurter" Kanne

· · Brüderleskrug

Meist drei symmetrisch nebeneinander angeordnete, kleine (->) Birnkrüge, die mit verschlungenen Henkeln miteinander verbunden sind und an den Kontaktstellen oft Durchbrüche aufweisen; häufig in den fränkischen Fayence-Manufakturen, aber auch aus Irdenware und Steinzeug. Gelegentlich sind mit entsprechender Namensgebung (Vier-, Fünf-, Sechs-, Sieben-Brüderleskrug) bis zu sieben Gefäße kombiniert

· · · Dreibrüderleskrug

(->) "Brüderleskrug"

· · Daubenkrug

Konische bis bauchige Holzform, aus Dauben gefertigt. Allgemein: Daubengefäße - Daubenbecher - Daubeneimer - Daubenkrug - Daubenkanne: Zahlreiche Abb. bei Gebhard und: Paulsen, Peter: Die Holzfunde aus dem Gräberfeld bei Oberflacht. - Stuttgart : Theiss; Landesdenkmalamt Baden-Württemberg, 1992. S. 121-129 : Ill.; s. a. Abschnitt "Becher": (->) Daubenbecher

· · · Lichtenhainer Krug

Daubengefäß mit ausgeschnittenen und in Vertiefungen eingelegten Zinnfolien; die Ortsbezeichnung ist traditionell entstanden, entspricht aber nicht mehr dem Forschungsstand (Kulmbacher Daubenkrüge).

· · Dreihenkelkrug

Raerener Steinzeug-Krugform mit drei, meist symmetrisch angebrachten, vertikalen Henkeln (s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 66)

· · Kugelbauchkrug

Krug/Kanne mit Kugelbauchwandung, wiederholt mit meist niedrigem Zylinderhals (Steinzeug, Irdenware); Übergang zur (->) Pulle gleitend (bis identisch); vorwiegend rheinisches Steinzeug

· · Melonenkrug

Krug bzw. Kanne mit bauchigem Gefäßkörper und meist diagonal gerippter und gewülsteter Oberfläche; meist abgesetzter Hals (Fayence, lehmglasierte Irdenware bis Steinzeug; s.a. Dexel I/II, 1980, S. 80, S. 233)

· · Pinte

Kleiner konischer Krug (rheinisches Steinzeug; s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 76; Reineking, Steinzeug)

· · Pulle

Kugelförmiger Enghals"krug"(-flasche); vorwiegend in rheinischem Steinzeug (s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 78; Reineking v. Bock, Steinzeug)

· · Raerener Krug

Kannen- bzw. Krugform mit deutlich abgesetztem zylindrischen Hals und zylindrischem Bauchteil (Steinzeug)

· · Ringelkrug

Meist bauchige Krugform mit hohem Hals und teilweise vor dem Brand, teilweise nach dem Brand eingehängten kleinen Ringen; wahrscheinlich typisch für Hessen (braunviolett engobiertes Steinzeug: "Dreihausen")

· · Schnelle

Hohe konische Krugform der rheinischen Renaissance, meist aus Steinzeug, häufig auch mit kleiner Ausgußmulde (gezogen oder gedrückt; Reineking v. Bock, zahlreiche Abb.; s.a. Dexel I/II, 1980, S. 187)

· · Stitze

Konischer hoher Krug bzw. Kanne mit leicht ausbiegendem Fuß und Rand; manchmal synonym zu (->) Bitsche (s. Abschnitt "Kanne") gebraucht (Daubentechnik, Zinn; s.a. Dexel I/II, 1981, S. 64, 95; Dexel, Typenkatalog 1986, S. 126)

· · Walzenkrug

Zylindrischer Krug; der Begriff Walzenkrug bezieht sich nur auf die Form, er ist nicht materialgebunden, wenngleich er häufig einseitig nur auf Fayence- und Steinzeugausformungen bezogen wird.

· · Würzbierkrug

Krug- bis Schalenformen mit Siebeinsatz (Steinzeug; Horschik, Abb. 66 [S. 170], Abb. 106 [S. 233], Abb. 107 [S. 234])

· Platte

Extrem flache - runde, ovale, eckige (drei-, vier-, fünf-, sechs-, etc. -eckig) Form ohne oder mit nur einem niedrigen Rand (glatt, aber auch gebogt oder gewellt; meist ohne Fuß (-zone). Verwendet wurden nahezu alle Werkstoffe.
Regional werden viele flache (->) Teller auch als Platten bezeichnet.

· · Bratenplatte *

Meist reiner Funktionsname

· · Breitrandplatte

Flacher Teller mit breitem Rand (= Tondinoform; s.a. Dexel I/II, 1981, S. 16)

· · Buckelplatte

Gebuckelte Teilflächen der Fahne und Wandung (vor allem Fayence)

· · Fächerplatte

Platten- bis Schalenform mit breitem Rand mit radialen wulstigen Rippen (vor allem Fayence; s.a. Dexel I/II, 1981, S. 144, 145)

· · Fußplatte

Deutlich abgesetzter Fuß, platten- bis schalenförmiges Oberteil
Syn.: Gelegentlich: s. Abschnitt "Schale": (->) Tazza

· · Kuchenplatte *

Meist reiner Funktionsname; Plattenform, manchmal mit niedrigem Fuß oder umlaufender Zarge; gelegentlich mit Drehfuß (s.a. Dexel I/II, 1981, S. 149)

· · Servierplatte *

Meist reiner Funktionsname

· · Spargelplatte

Länglich ovale Platte mit Querrippen im Boden zum Abtropfen; vgl. Abschnitt "Schale": (->) Tropfschale

· · Tablett

Synonym zu (->) Platte; meist mit kleinem Rand und Handhaben unterschiedlicher Struktur (Bügel, Durchbrüche, Grifflappen)

· · Tortenplatte *

Meist reiner Funktionsname, gelegentlich reicher dekorierte Formen

· · Wurstplatte *

Meist reiner Funktionsname

· Schale

Die Schale ist im Gegensatz zur (->) Schüssel häufig ohne abgesetzten Rand bzw. Fahne und zeigt meist wenig differenzierte Übergänge der einzelnen Gefäßzonen (Randzone, Wandung, Mulde). Im Vergleich zur Schüssel häufig geringere Höhenmaße. Gleitende Übergänge zu Teller- und Schüsselformen erschweren eine exakte Gruppierung. Große regionale Unterschiede finden sich bei der mundartlichen Benennung .
Regional und in vielen Firmenkatalogen/-preislisten werden viele flache (->) Teller und (->) Schüsselformen auch als Schalen bezeichnet.
Eine Unterteilung nach bauchiger, konischer, flacher und tiefer Schale erscheint wegen der gleitenden Übergänge bei der Inventarisation ohne die bisher fehlende Normvorgabe nicht zur Differenzierung geeignet.
Proportionen: Die Gefäßhöhe H ist durchweg deutlich kleiner als der Mündungsdurchmesser D: H D
Hauptfunktion: Nahrungszubereitung, Speisen, Präsentieren

· · Aschenbecher

Meist schalenförmiges, rundes oder ovales Gefäß/kleine Schüssel, auch vier- oder mehreckig; Drehascher: auf Druck reagierender Drehteller in der Gefäßmündung zum Verschluß des Inhaltes; zahlreiche Materialien

· · Augenbadewanne

Kleine, in der Aufsicht ovale Fußschale, medizinische Sonderform (meist Glas; Reinartz, Abb. 1506)

· · Barbierbecken

Schale/Schüssel/tiefer Teller mit Halsausschnitt (keramische Werkstoffe; verschiedene Metalle wie z.B. Messing und Zinn)

· · Blumenampel

Meist runde kalottenförmige Schalenformen mit schnurartigen Aufhängevorrichtungen (vor allem Irdenware; Glas; König, S. 76; Lehnemann, Abb. 42; Leinweber, Abb. 456; Silberglas, Abb. 138)

· · Blumenschale

Meist flache, wenig strukturierte Schalenformen; meist dickwandiges, strapazierfähiges Material (grobe Irdenware, Steinzeug); (->) Jardiniere

· · Buckelschale

S. Abschnitt "Platte": (->) Buckelplatte - Buckelschale - Buckelteller

· · Fächerschale

S. Abschnitt "Platte": (->) Fächerplatte - Fächerschale - Fächerschüssel

· · Fruchtschale *

Meist synonym zu (->) Fußschale

· · Fußschale

Gefußte Schale
Syn.: bei Glas: Tazza (italienisch)

· · · Tazza

Der Begriff ist nur bei älteren Glasausformungen üblich; (->) Fußschale

· · Futternapf

Zylindrische bis leicht bauchige kleine Schale, häufig mit einziehendem Rand

· · Gitterschale

Schalen-/Schüsselform mit durchbrochener Wandung, oft mit Bügel (keramische Werkstoffe, Glas; Fröschner, S. 273; Raritäten Vilsbiburg, Taf. I-III; Reinartz, Abb. 1582)

· · Jardiniere

Schalenförmige Form oder auch Überform für Glaseinsätze für Blumen (zahlreiche Abb. bei Bröhan III und IV, S. 69)

· · Käseglocke

Umgestülpte Schale ("Glockenform"; Glas; Reinartz, Abb. 1656, 1657)

· · Koppchen

Kleine Schale, meist Porzellan; vgl. (->) Kumme, als größere Formvariante

· · Kumme

Kleine Schale, meist Fayence oder Porzellan; (->) Napf; ein Beispiel, bei dem vorwiegend fachspezifische Traditionen die Namensgebung beeinflussen.

· · Maigelein

Flache Schale, auch: flacher Becher (s. Abschnitt "Becher") mit leicht bauchiger, bis am Rand einziehender Wandung, oft längs oder diagonal gerippt (Glas; optisch geblasen; s.a. Abschnitt "Becher": (->) Rippenbecher)

· · Napf

Formaltypologisch eine kleine Schale oder auch flache Becherform; der Begriff wurde/wird hauptsächlich in der Keramik der Vor- und Frühgeschichte gebraucht (Irdenware); vgl. (->) Kumme

· · Ohrenschale

Flache bis kalottenförmige Schale mit gegenständigen, randständigen Grifflappen oder Horizontalhenkeln (keramische Materialien, Zinn, Silber; s.a. Dexel I/II, 1981, S. 178)

· · Öllampe

Sehr unterschiedliche Formen (nahezu alle Werkstoffe; Literatur zur römischen und mittelalterlichen Keramik; Neuzeit: Kerkhoff-Hader, Abb. 350-355; Weinhold, Leben, Abb. 80; Haller, Abb. 92, 93; Reinartz, zahlr. Abb.)

· · Rasierschale

Tiefe Schale mit Ablage für den Rasierpinsel (vor allem Steingut und Porzellan, emailliertes Eisenblech)

· · Saladier

Veraltetes Synonym für Salatschale - Salatschüssel

· · Scheuer

Scheuer
DEF::
Gefußte kleine Schale (Fußschale), meist mit ösenartiger Handhabe oder Grifflappen/-stiel (Glas, Wurzelholz; s.a. Dexel I/II, 1980, S. 166); s.a. (->) Doppelsteuerung

· · · Doppelscheuer

Zwei gegensinnig aufeinander gestellte (->) Scheuern (= Schale), die obere meist kleiner und als Deckel verwendbar (Wurzelholz, Glas, Steinzeug; s.a. Dexel I/II, S. 167)

· · Schöpfkelle

Schalenform mit Rohrgriff (Holz; Irdenware; Glas; emailliertes Eisenblech; Schneider, Abb. 65; Forschungen Schwaben, S. 255)

· · Seifenschale

Flache, rechteckige bis ovale Form; im Boden häufig mit Abtropfrippen oder flachem gelochtem Einsatz

· · · Seifenbüchse

(->) Seifenschale mit Deckel

· · Tropfschale

Meist gefußte, ovale bis längsrechteckige Schale/Fußschale mit perforiertem Boden für Obst, Salate, Spargel; zum Abtropfen ist meist eine zusätzliche Auffangschale vorhanden. Für Salate werden meist runde Formen verwendet.

· Schüssel

Die Schüssel hat meist gut unterscheidbare Gefäßzonen: Rand, Fahne, Wandung, Mulde/Spiegel, gegebenenfalls einen abgesetzten Fuß oder eine Fußzone. Zahlreiche gleitende Übergänge zu Schalen- und Tellerformen erschweren eine exakte Gruppierung. Große regionale Unterschiede liegen bei der mundartlichen Benennung vor .
Regional und in vielen Firmenkatalogen/-preislisten werden tiefe (->) Tellerformen und (->) Schalenformen auch als Schüssel bezeichnet.
Eine Unterteilung nach bauchiger, konischer, flacher und tiefer Schüssel erscheint wegen der gleitenden Übergänge bei der Inventarisation ohne die bisher fehlende Normvorgabe nicht zur Differenzierung geeignet.
Proportionen: Gefäßhöhe H zu Mündungsdurchmesser D: H D; vergleichbar (->) Schale.
Hauptfunktion: Nahrungszubereitung (Lagern), Speisen, Präsentieren

· · Abrahmschüssel

(->) "Weitling"; teilweise mit Zusatzeinrichtungen wie Siebteilen und (->) Filterkerze (s. Abschnitt "Sonderformen") versehen (Irdenware, Steinzeug)

· · Beckenschlägerschüssel

: Flache Schalen- bzw. Schüsselform, vorwiegend aus getriebenem Messing oder Bronze; Benennung als Schale oder Schüssel in der Literatur wechselnd (s.a. Dexel, Typenkatalog 1986, S. 94)

· · Doppelschüssel

Eine kleine Schale/Schüssel sitzt zentral in einer großen Schale/Schüssel; häufig aus einem Stück (keramische Werkstoffe; gedrechseltes Holz; Bauer, Hafnergeschirr, S. 352).

· · Essenträger

3-4fach übereinander gestapelte, zylindrische Schalen-bzw. Schüsselformen mit gegenständigen flachen Ösen zur Verbindung mit einem Band zum Tragen (Steingut, Porzellan, Zinn, Aluminium, emailliertes Eisenblech; s.a. Dexel I/II, 1981, S. 168)

· · Fächerschüssel

· · Mohnreibschüssel

Steilwandige Schüssel/Schale mit aufgerauhter (vor dem Brand gekratzt, gestempelt etc.) Wandung und Boden (Steinzeug; Weinhold, Leben, Abb. 110).

· · Siebschüssel

Schüssel-/Schalenform(en) mit gelochter Wandung und Boden (keramische Werkstoffe, emailliertes Eisenblech)

· · Terrine

Meist runde bis ovale Schüssel mit Deckel; häufig mit Ausschnitt für einen Schöpflöffel; meist hat sie einen abgesetzten Fuß oder eine Fußzone. Oft existieren gegenständige horizontale Henkel (auch Griffe, Mulden etc.). Zahlreiche Beispiele bei Bröhan III (keramische Werkstoffe, verschiedene Metalle bzw. Metallegierungen)

· · Waschschüssel

Meist runde bis ovale Schüssel- und Schalenformen, oft mit innenrandständigen Seifenablagen in Mulden- oder Schalenform mit gelochter Wand (Steingut, emailliertes Eisenblech, Irdenware, Glas)

· · · Waschgarnitur

(->) Waschbecken/-schüsselkombinationen mit Kanne mit breiter Ausgußmulde oder -schnauze (s. Abschnitt "Kanne": (->) Helmkanne) sowie mit übereinstimmendem Dekor; vorwiegend 3. Drittel 19. Jahrhundert bis Mitte 20. Jahrhundert; Material wie (->) Waschbecken (Berwing, Abb. 1-4, zahlreiche Abb.; Haller, Geschundenes Glas, Abb. 69, 70)

· · Weitling

Im Niederbayerischen konische Schüssel, (ehemals) zum Abrahmen und "Stöckeln" in der Milchwirtschaft (Verhältnis Gefäßhöhe zu Mündungsdurchmesser ca. 1:2). - Die Funktion "Abrahmen" wurde in anderen Regionen teilweise von deutlich abweichenden Formen übernommen: in Teilen Ostbayerns von konischen Henkeltöpfen (s. Abschnitt "Einfache Topfformen": (->) "Spitzhaferl"), in fränkischen Regionen von hohen, leicht gebauchten Henkeltöpfen, in der Eifel von flachen Steinzeugschalen ("Plein-Wagner"). Verwendung der regional verbreiteten Werkstoffe (Holz, Irdenware, emailliertes Eisenblech, Braunzeug, Steinzeug etc.)

· Sonderformen

Diese formenreiche Großgruppe kann normalerweise kaum oder nicht nach formalen Merkmalen ähnlich den Grundformen gegliedert werden, d.h. letztlich ist diese Gruppe formaltypologisch bewertet unsystematisch. Für bestimmte Zwecke (Ausstellung, Forschungsprojekte etc.) hat sich eine funktionale Klassifizierung nach Anwendungsbereichen im Haus, im Handwerk, Industrie etc. bewährt. An dieser Stelle können nur Beispielsgruppen aufgeführt werden

· · Aquamanile

Gießgefäß, häufig in Tierform (Irdenware, Steinzeug, Bronze, Edelmetalle; Lit.: Hütt, Michael: Aquamanilien : Gebrauch und Form. - Mainz : von Zabern, 1993. - 293 S. : Ill.)

· · Backform

Vielfältige geometrische, aber auch tiergestaltige Hohlformen aus erhitzungsfähigem Material mit spezieller Backeignung; häufig durch Rippen und Wülste strukturierte steile Wandung (Irdenware, Steingut, Braungeschirr, Eisenblech, emailliertes Eisenblech, Gußeisen, Aluminium; Bauer, Hafnergeschirr, Abb. 180-182; Bauer, Treuchtlinger Geschirr, Abb. 88; Grasmann, Kröninger Hafnerei, S. 133; Istvan, S. 43-45; Scholten-Neess, Abb. 416-418; Weinhold, Töpferwerk, Abb. 90)
Syn.: (->)"Gug(e)lhupf", Aschkuchenform, Auflaufform, Backform mit Rohr, Bundform (mit/ohne Rohr), Fischform, Königskuchenform (Pastetenform, Puddingform), Napfkuchenform (mit/ohne Rohr)

· · · Fischform

Typisch geformte (->) Backform, aber auch Pudding- und Sulzform

· · · Gug(e)lhupf

Runde Kuchenform mit glatter oder gerippter Wandung und zentralem Rohr (keramische Werkstoffe, emailliertes Eisenblech, Eisenblech, Gußeisen)

· · · Königskuchenform

Längsrechteckige (->) Back-/Kuchenform mit konischen Wänden (vorwiegend Eisenblech)

· · · Lammform

Tiergestaltige (->) Backform

· · · Napfkuchenform

(->) Backformen

· · Bettpfanne

Ringförmige Schalenform mit ringförmiger Teil-Abdeckung

· · Bienentränke

Meist flache Schalen- oder Topfform (Irdenware) mit unterschiedlichen Einsätzen oder Oberflächenstrukturen, die eine flache Wasserverteilung sichern (Rillen, abfallende, poröse Flächen etc.).

· · Butterform

Teilweise mehrteilige Hohlformen oft rechteckiger bis ovaler Struktur mit einfachen Motiven (Sonne, Tiere etc.) (meist Holz, Irdenware etc.; Bauer, Hafnergeschirr, Abb. 327; Berwing, Abb. 177; Leinweber, Abb. 63-68, 436,437; Scholten-Neess, Abb. 413-415, 463, 464)

· · Filerkerze

Filterkerze
DEF::
(->) Reagenzglas- bzw. (->) kerzenzieh(glas/form)ähnliche, dicht gelochte, schlanke Steinzeugform (Zubehör zu Abschnitt "Schüssel": (->) Abrahmschüssel)

· · Fliegenfalle

Glastechnisch aufwendige Sonderform zum Insektenfang (Haller, Abb. 51; Reinartz, Abb. 1681)

· · Gartenkugel

Glas-Kugelformen (gelegentlich auch Traubenform etc.) mit offener Mündung zum Aufstecken auf Stecken oder Astabschnitte; teilweise auf der Innenseite versilbert und oft aus in der Masse gefärbtem Glas (Silberglas, Abb. 153; Haller, Abb. 129, 131; Reinartz, Abb. 1498)

· · Gärtrichter

Zusammengesetzte Form zum Gasverschluß von Gärgefäßen (Ballons), zum Ein-/Aufsetzen in entsprechende (Flaschen-) Hälse (Glas, Steinzeug, Irdenware; Fries, S. 270)

· · Gefäß in Tierform

(->) Aquamanile (Bauer, Hafnergeschirr, Abb. 163; Horschik, Abb. 1 [S. 105]; Istvan, S. 80)
Syn.: Gelegentlich (->) Scherzgefäß

· · Geflügeltränke

Verschiedene Formen, glockenförmig geschlossene Schalenformen mit mehreren Tränkestellen, vor allem bei Geflügel- und Singvogelhaltung (keramische Werkstoffe; Bauer, Hafnergeschirr, Abb. 179; Istvan, S. 26; Weinhold, Töpferwerk, S. 101); auch als Flaschenform mit einer Tränkestelle nachweisbar

· · Glassturz

Gläserne, glocken- bis zylinderförmige Abdeckung für meist religiöse Darstellungen (Heilige, Kruzifixe, Ölbergszenen etc.; "fürs eingricht") und Uhren; (Haller, Abb. 56 (G); Reinartz, Abb. 1484)

· · Glutstülpe

Mehr oder minder glockenförmige bis schüssel-/schalenförmige Form, die umgedreht über die Glut auf der Herdstelle gestülpt wird (Irdenware; Kaufmann, Abb. 23, Abb. 41; Scholten-Neess, Abb. 469).

· · Kabarett

Teilweise drehbare (Drehfuß etc.) mit kleinen Fächern, Schalen, Flaschen etc. versehene Gefäßkombination für Gewürze und kleine Essensbeilagen (häufig kombinierte Werkstoffe: Glas, Steingut, Porzellan etc.); s.a. Abschnitt "Flasche": (->) Essig- und Ölflasche

· · Kaffeemaschine

Kombination aus am Gefäßrand modifiziertem, meist bauchigem Untergestell (= Topfform) und aufgesetztem, zylinderförmigem Filterteil in Topfform (Porzellan, emailliertes Eisenblech, verzinktes Eisenblech, Steingut)

· · Kammtopf

Große bauchige, weitgehend geschlossene Topfform mit meist drei schulterständigen, querformatigen Schlitzen zum Einbringen der verfetteten Wollkämme (Schafwollgewinnung), die mit Wasser ausgekocht werden (Irdenware).

· · Kapuziner

Anthropomorphe Blumentopfform in Niederbayern/im Kröning

· · Kartoffelkocher

Großformatige Kombination aus modizfiziertem, zylindrischem Kochtopf und aufgesetztem, zylindrischem Siebtopf (emailliertes Eisenblech, verzinntes Eisenblech)

· · Kerzen(gieß/zieh)form

Gestreckte Glas-Rohrform mit Kugelboden; die Form entspricht weitgehend der Form (->) Reagenzglas, verfügt jedoch über ein Dochtloch am geschlossenen Ende. (Haller, Abb. 51; Schneider, Abb. 59).

· · Kletzentrockner

Formgleich mit (->) "Krebstopf" (Irdenware; zur Trockenobstherstellung, speziell Birnen)

· · Krebstopf

Meist bauchige, hohe und niedrige, umfangreich gelochte Formen mit Deckel zur Aufbewahrung von Krebsen und kleinen (Fang-) Fischen im fließenden Wasser (Irdenware)

· · Laboratoriumsgefäß

Im allgemeinen aus Spezialglas ["Duran"], Porzellan, Steinzeug, Stein, aber auch emailliertes Eisenblech, Metalle wie Zinn, Messing, Eisen und Bronze etc.

· · · Abdampfschale

Besonders flache (->) Reibschalen, ohne Stößel bzw. Pistill; zum Abdunsten von Lösungsmitteln (Porzellan)

· · · Berkefeldfilter

Hohe zylindrische Topfform mit Zapfloch am Boden und zylindrischem topfförmigem Einsatz mit poröser zentraler Filterkerze; oft mit Firmeninschrift und Jugendstildekor; glasiertes Steingut

· · · Erlenmeyerkolben

Konischer Standkolben mit meist genormtem Mündungsdurchmesser (mit/ohne zugehörigem Stöpsel)

· · · Glaskolben

Zu unterscheiden ist zwischen (->) Rundkolben und konischen (->) (Erlenmeyer-) Kolben. Siehe bei aktuellem Laboratoriumsbedarfskatalogen oder bei chemie- bzw. pharmaziehistorischen Untersuchungen (Diss. rer. nat. G. Pfeiffer, Regensburg, 1986). Zu klären ist die jeweilige Verschlußtechnik.

· · · Mensur

Zylindrische Topf- bzw. Rohrform (mit/ohne Graduierung)

· · · Mörser

Starkwandige Topfform mit gerundetem Innenboden, meist etwas ausladender Wandung, Mündung mit glattem Rand; üblich mit einem Stößel (= Pistill) zum Zerstoßen harter Stoffe (Stein, Serpentin, Bronze, Gußeisen, Aluminium, Porzellan); im alpinen Umfeld und auf dem Balkan auch aus Holz zum Zerstoßen von Kräutern und Samen (Mohn)

· · · Reagenzglas

Einseitig verschmolzener Glasrohrabschnitt mit Kugelboden

· · · Reibschale

Stark- bis normalwandige Schalenform (Porzellan, Emailblech, Metall, Kunststoffe); auf der Innenseite halbkugelig gerundet; meist glatter, senkrecht orientierter Rand; zum Zerkleinern, Verreiben und Mischen fester und halbflüssiger
Substanzen

· · · Retorte

Besonderes (->) Destilliergefäß: kugelförmiger Körper mit ansteigendem oder absteigendem Rohransatzteil

· · · Rundkolben

Kugelförmiger Kolben mit Hals und meist genormtem Mündungsdurchmesser

· · · Saugflasche

Meist Standkolbenform oder Becherglasform mit Stöpsel oder Deckel mit 2 Anschlußrohren / -stutzen, die ein Durchsaugen durch den Luftraum oder auch eine Flüssigkeit gestatten.

· · · Standkolben

Rundkolben mit Planboden und meist kurzem Hals und mit meist genormtem Mündungsdurchmesser

· · · Überlaufgefäß

Meist Topfform mit seitlichem/n Ablaufrohr(en) (Glas, Steinzeug, Porzellan)

· · · Woulf'sche Flasche

Zylindrische Topfform mit zwei oder drei Rohransätzen für bestimmte chemische Reinigungsprozesse (Gasreinigung)

· · Leimtopf

Üblicherweise doppelwandige, zylindrische Topfform zum Erwärmen von Knochenleimzubereitungen (Wasserbadfunktion; vorwiegend aus Kupferblech)

· · Malhorn

Kleines topfartiges bis büchsenförmiges Gefäß mit zwei Öffnungen zur Herstellung des Malhorndekors (Irdenware)

· · Milchkocher

Plattenförmiger gelochter Einsatz (Typus Flach- bzw. Einlegedeckel) mit zentralem Rohr zur Vermeidung des Überkochens bei fast immer zylindrischen bis leicht konischen Milchtöpfen mit kantig ausladendem Rand (keramische Werkstoffe, emailliertes Eisenblech)

· · Milchpumpe

Topfartige Glasform mit zwei (Glas-) Rohranschlüssen

· · Miltärkochgeschirr

Ovale bis rechteckige, meist tiefgezogene Aluminiumtopfformen mit angepaßtem hohem Deckel mit flexibel verbundenem Griff; häufig mit Ösen zur Fixierung mit Riemen

· · Pastetenform

Formal wie (->) Backform, doch ist die Temperaturfestigkeit der Werkstoffe nicht im gleichen Umfang erforderlich.

· · Perückenständer

Gefußte Kugelform (hohl oder massiv; Holz, Keramik, Glas; Benker, Abb. 148, 151-153))

· · Pflanzenschutztopf

Stumpf bis spitz zulaufende, kegelähnliche Form (glassturz- bzw. zuckerhutähnlich) zum Frostschutz keimender Pflanzen (im Frühjahr); im Gegensatz zur (->) Zuckerhutform auf der Oberseite mit massivem Knauf und "Luftloch" (Irdenware).

· · Puddingform

Formal wie (->) Backform, doch ist die Temperaturfestigkeit der Werkstoffe nicht im gleichen Umfang erforderlich. Vgl. (->) Pastetenform

· · Salz- und Pfefferschale

Salz_und_Pfefferschale

· · Salzfaß

Meist Form eines wandständigen halbrunden oder runden Fasses (auch: rechteckiger Kasten) aus verschiedenen Materialien (besonders Holz, Steingut, Email) und einschlägiger Inschrift

· · Sauciere

Hohe, meist ovale Fußschalenform mit ein bis zwei Ausgußmulden (Fayence, Steingut, Porzellan; verschiedene Metalle und Metallegierungen); Fett-Mager-Sauciere: zwei diametrale Ausgußschnauzen führen mit Hilfe einer Trennwand zur Trennung von mageren und aufschwimmenden fetten Soßenanteilen.

· · Saugtopf

Dickwandige, stark gelochte Topfform mit deutlichem Halsansatz. - Diese Gefäßform, aus Steinzeug, Kupfer, Messing/Bronze etc. bekannt, diente zum Abtrennen grober Bestandteile beim Saugen des Löschwassers mit Schläuchen aus Teichen usw.

· · Scherzgefäß

Gefäße in vielfältiger Form, die durch verborgene Öffnungen die Flüssigkeitsentnahmen erschweren oder auch nur scherzhafte Tierformen darstellen (Raritäten Vilsbiburg, Taf. VI.; Horschik, Abb. 100 [S. 198]; Istvan, S. 98; Haller, Abb. 47 (Stiefel), Abb. 51 (Pfeife); Kämpfer, Abb. 51 (Phallus), Abb. 122 (Bär); Lipp, Abb. 188 (Bär); Abb. 189 (Hund); Reinartz, zahlr. Abb. (Traube, Stiefel, Hund, Maus, Blasebalg); Schlosser, Abb. 127 (Dudelsack), Abb. 128 (Trinkhorn), Abb. 129 (Schuhformen, Stiefel), Abb. 231 (Schwein); Weinhold, Leben, Abb. 15 (Trinkhorn)

· · · Vexierkrug

Krugformen mit besonders konstruierter, meist stark durchschnittener ("durchbrochener") Randzone und kombinierter Saugvorrichtung von Henkel und rohrartigem Rand

· · Schmelztiegel

Dickwandige topfartige, runde bis dreieckige Formen aus ausgewählten keramischen Werkstoffen wie Obernzeller Graphitton oder Großalmeröder Ton (Bauer, Ingolf: Zur Geschichte der Schmelztiegelproduktion in Obernzell. In: Volkstümliche Keramik aus Europa 1 (1976). S. 7ff. - Stephan, Hans-Georg: Großalmerode : Ein europäisches Zentrum der Herstellung technischer Keramik. - Großalmerode, 1995. 248 S. : Ill.)

· · Schreibzeug

Meist Kombination aus einem Behältergefäß mit Öffnungen für "Tintenfaß" und "Streusandbüchse", gelegentlich auch für Schreibfedern und zugehörige Federhalter.

· · Schröpfkopf

Meist glockenförmige, kleinformatige Glas,- Bronze- oder Messingform mit verstärktem Rand

· · Sparbüchse

Zahlreiche geometrische, oft runde Hohlformen mit schmalem Schlitz; rezent teilweise mit Schließeinrichtung (zahlreiche Werkstoffe; Bauer, Hafnergeschirr, Abb. 169, 170, 386-388; Nachweise in vielen regionalen Publikationen). - Spargefäße zeigen sehr vielfältige Formen, so daß im Einzelfall auch eine Zuordnung zu Topfformen, zu Büchsen bzw. Dosen etc. sinnvoll erscheinen kann.

· · Stechheber

Sauggefäß mit Vorratsbehälter (kugel- bis tonnenförmig) im oberen Bereich und langem Saugrohr (Glas, emailliertes Eisenblech; Reinartz, Abb. 1533)

· · Surtout

Tafelaufsatz, vor allem das Bodenteil (Fayence, Steingut, Porzellan; Fröschner, S. 249)

· · Tabakreiber

Große gug(e)lhupfähnliche Form mit zentralem Kegel (-stumpf) aus Zieglerton zur Herstellung von Schnupftabak (Haller, Geschundenes Glas, S. 65)

· · Tafelaufsatz

Bis zu drei- oder mehrteilige Aufbauten aus flachen Schalen bzw. Tellerformen (vorwiegend Steingut und Fayence), aber auch aufwendigere hohe Fußschalen (zahlreiche Abb. bei Bröhan III)

· · Teemaschine

(->) Kaffeemaschine; konstruktiv weitgehend identisch mit den "Kaffeemaschinen": Rohrkanne mit Rechauduntersatz (verzinktes und emailliertes Eisenblech)

· · Tonkopfurne

Häufig kopfähnliche, meist hohle Votivgabe mit oft abstrahierten Gesichtsformen (Irdenware)

· · Tonvotiv

Aus Ton gebranntes Votiv, meist in Form menschlicher Organe oder in Tierform; s.a. (->) Tonkopfurne

· · Trichter

Kombination aus einem kegelförmigen, auch glockenförmigen Teil und einem absteigendem Rohrteil, gelegentlich mit Henkel (vielfältige Werkstoffe)

· · Tête à tête

Kleine Geschirrkombination zum Frühstück zu zweit (Steingut, Fayence, Porzellan, Edelmetalle): meist Kaffee- und Teekanne, Sahne- oder Milchgießer, Zuckerdose und Platte, seltener mit Tassen und Untertassen; unterschiedliche Varianten der Zusammenstellung (zahlreiche Beispiele bei Bröhan IV, S. 51, 461)

· · Vogelpfeife

Kombinierte Gefäßform aus Topfteil, z.T. in Vogelform, und einer Pfeifvorrichtung (Spaltpfeife); (keramische Werkstoffe; Benker, Gertrud: Klanggeräte aus Ton. - München : Bayerisches Nationalmuseum, Bildführer 17; - 66 S. : Ill.)

· · Vogeltränke

Wannen- oder Kastenform mit Quereinteilung, meist aus Platten aufgebaut, selten gedreht (Bauer, Hafnergeschirr, S. 228, Abb. 246; Freckmann, Abb. 131)

· · Vogeltränkeflasche

Geschlossene, (->) kindersaugflaschenähnliche (s. Abschnitt "Flasche") Flasche mit schalenförmiger Öffnung am Boden, aus der z.B. Wasser nachsickern kann (Glas).

· · Wasserbarometer

Hochovale geschlossene Glasflaschenform mit langem, aufsteigendem Rohranschluß; die Höhe des Wasserspiegels gibt den Luftdruck an.

· · Wasserbehälter

Meist kantig rechteckiges Gefäß (Fayence, Steingut, Zinn, Kupfer) mit einem Zapfloch mit Kran(en); (s.a. Dexel I/II, 1981, S. 246f.)

· · Weihwasserkessel

An einer flachen rückseitigen Wand befindet sich eine kessel- oder topfartige Hohlform; sehr häufig mit christlichen Motiven verziert (keramische Werkstoffe, Zinn, Halbedel- und Edelmetalle; Bauer, Hafnergeschirr, Abb. 152-156, 381, 382, 432; Grasmann, Raritäten Vilsbiburg, Taf. X, XI; Scholten-Neess, Abb. 395-398; Haller, Abb. 110-116, 136)

· · Wollknäuelbehälter

Stark bauchige bis kugelförmige Topf- bzw. Schalenkombination (Irdenware)

· · Zuckerhutform

Hohe, konisch zulaufende Hohlform mit Öffnung an der Spitze (Irdenware; Steinzeug); Verwendung nur in der Kombination mit (->) Melassetopf, s. Abschnitt: "Einfache Topfformen"

· Tasse

Die Tasse ist nach üblichem Sprachgebrauch ein gehenkeltes Trinkgefäß (manchmal mit Deckel), häufig mit gleitendem Übergang zu Schalenformen (besonders bei Tee- und Kaffeetassen zu ...schalen; vor allem henkellose, funktionsgleiche Ausformungen werden meist als ...schalen bezeichnet). Der Inhalt ist mit ca. 1/8 bis 1/4 l anzunehmen, doch gibt es Ausnahmen (Mokka-Tasse; Scherztassen etc. ). Die Form wird normalerweise nur durch ihren Gebrauch von kleinen Henkeltöpfen mit deren üblichen Beschreibungselementen unterschieden (aber: keine Kochfunktion; häufig Porzellan, Steingut, aber auch Halbedel- und Edelmetalle).

· · Barttasse

Henkeltasse mit randständigem, plattenartigem, ausgeschnittenem Einsatz

· · Doppelhenkeltasse

· · Kranken(pflege)tasse

(->) Schnabeltasse

· · Schnabeltasse

Krankenpflegetasse mit Rohrausguß und teilweiser Abdeckung der Gefäßmündung (Steingut, Porzellan, emailliertes Eisenblech; Freckmann, Abb. 31)

· Teller

Formelemente sind im Gegensatz zu den Platten: eine gut erkennbare Gliederung in meist glattes Randprofil (aber auch gebogt und leicht gewellt, oder in sich profiliert möglich; bei Formen des 17./18. Jh. ist der Rand meist leicht aufgestellt), Fahne (glatt oder strukturiert), teilweise abgesetzte Wandung oder gleitender Übergang zum planen Spiegel oder zur Mulde; glatte Standböden oder abgesetzte Standringe oder Standfüße (selten). Gleitende Übergänge zu Platten-, Schalen- und Schüsselformen erschweren eine exakte Gruppierung. Große regionale Unterschiede finden sich bei der mundartlichen Benennung .
Regional werden flache (->) Schalen- und (->) Schüsselformen auch als Teller bezeichnet.
Wiederholt ergeben sich die gebräuchlichen Funktionsnamen allein aus dem Dekor, Inschriften etc. Nur selten zeigen sich besondere formale Kennzeichen, z.B. bei der Untertasse oder den Pfannkuchentellern.
Eine Unterteilung nach bauchigen, flachen, mitteltiefen und tiefen Tellern erscheint wegen der gleitenden Übergänge bei der Inventarisation ohne die bisher fehlende Normvorgabe zur Differenzierung nicht geeignet.
Proportionen: Der Mündungsdurchmesser D entspricht etwa der 5-15fachen Gefäß
Hauptfunktion: Speisen, Servieren

· · Buckelteller

S. Abschnitt "Platte": (->) Buckelplatte

· · Fächerteller

Fächerförmige Gestaltung hauptsächlich der Fahne, gelegentlich zusätzlich auch der flachen Wandungen (Fröschner, S. 144); s. a. Abschnitt "Platte": (->) Fächerplatte

· · Pfannkuchenteller

Meist gefußte Teller oder Platten

· · Suppenteller

Teller mit tiefer Mulde

· · Untertasse

Flache Tellerform mit eingetiefter Tassenstandfläche

· · Wärmeteller

Doppelwandige Teller bzw. schalenartige Gefäße zum Wassereinfüllen, aber auch elektrisch betreibbar

· Topfformen

Grundform_Topf_1 Grundform_Topf_2

· · Büchse/Dosen

Zylindrische bis bauchige Topfformen mit zugehörigen (->) Deckelformen; in Literatur und kommerziellen (älteren) Preislisten liegt eine stark variierende Namensgebung vor. Dabei werden wechselnd hohe Formen als Büchse bzw. als Dosen und umgekehrt angesprochen.
Der Übergang zu "Einfachen Topfformen" ist generell gleitend und häufig subjektiv.
Proportionen: Häufig entsprechend den "Einfachen Topfformen" mit einem Verhältnis von Höhe zu Gefäßdurchmesser wie 2:1 bis 1:2; im 20. Jahrhundert besonders vielgestaltige Formen hergestellt.

· · · Apothekerbüchse

(->) Vorratsbüchse; s.a. Abschnitt: "Einfache Topfformen": (->) Albarello

· · · Bonbonniere *

Dose/Büchse; meist mit hervorhebender Ausstattung und Dekor

· · · Brotbüchse

Hohe, runde bis ovale bis rechteckige Form, häufig mit einer gelochten Seite oder Deckel; bevorzugt emailliertes
Eisenblech.

· · · Butterdose

Meist Funktionsname; häufig in runder oder rechteckiger Form mit schalenförmigem Unterteil (Steingut, Steinzeug, rezent oft Materialkombination von Glas, Porzellan und Metallegierungen; Horschik, Abb. 87-89 [S. 183]; Reinartz, Abb. 1677)

· · · Heringdose

Länglich ovale Dose/Büchse, meist mit einem plastischen Hering auf dem Deckel (Steingut, Porzellan)

· · · Keksdose

Rechteckige bis ovale bis runde Dose/Büchse, häufig mit Dekor (bemalte Weißblecharten, Steingut, Porzellan; Bröhan III, S. 73)

· · · Marmeladendose

S. Abschnitt "Einfache Topfformen": (->) Senftopf, sehr häufig mit Löffeleinschnitt

· · · Seifendose

S. Abschnitt "Schale": (->) Seifenschale

· · · Sparbüchse

S. Abschnitt "Sonderformen": (->) Sparbüchse - Spardose; die große Variationsbreite ordnet die Gruppe zu den "Sonderformen", im Einzelfall sind Büchsen bzw. Dosen nicht selten.

· · · Vorratsbüchse

Meist runde oder konkave Dosen oder Büchsen häufig mit Aufschriften wie Zucker, Mehl, Salz, Reis, aber auch Chemikalien- und andere Bezeichnungen etc. bzw. bei kleinen Formaten die verschiedenen Gewürzarten; zahlreiche, nicht beschriftete Beispiele aus Apotheken, Drogerien und auch aus dem Haushalt; vorwiegend aus Steingut, Steinzeug, Irdenware, Holz, Glas, Pappe, einfaches Weißblech, emailliertes Eisenblech, Aluminium bzw. anderen Materialien hergestellt (Bröhan, S. 73; Haushaltsliteratur); ältere Ausführungen aus Fayence s. Abschnitt "Einfache Topfformen": (->) Albarello.

· · · Zigarettendose

Häufig rechteckige flache, z.T. reich verzierte kleine Dosen oder Kästchen (Metallegierungen, häufig Silber; Bröhan III, S. 282, 283).

· · · Zuckerdose

Meist zylindrische bis bauchige oder konische, letztlich unspezifische Dosen- oder Büchsenform (keramische Werkstoffe, Metallegierungen; Bröhan III, S. 289; Kämpfer, Abb. 171; Lipp, Abb. 211 (Milchglas); Reinartz, Abb. 1522, 1525 (Milchglas), 1651 (Milchglas)

· · Eimer

Formaltypologisch handelt es sich um hohe, oft konische, meist runde Topfformen:
Meist konische bis zylindrische Gefäße mit beweglichem oder (selten) starrem Bügel, gelegentlich auch Steckdeckel mit Zargenrand (Emailausführungen). Meist sind es nur funktionale Bezeichnungen ohne formale Besonderheiten. Die Mehrzahl der Eimer hat einen eingesetzten Boden und einen Standring.
Proportion: Der Mündungsdurchmesser D ist durchweg kleiner als die Gefäßhöhe H. Der Gefäßinhalt (Volumen) ist meist größer als 5 Liter (sonst: eher Becherform)
Hauptfunktion: Eimer dienen zum Transport und Lagerung von Flüssigkeiten oder Schüttgut.

· · · Ascheeimer *

Meist kantige, konische Metallausführungen (verzinktes Eisenblech)

· · · Daubeneimer

Gefäße aus langen zusammengesetzten Dauben (schmalen Brettchen); (s.a. Dexel I/II, 1980, S. 153, 154); s. Abschnitt "Becher": (->) Daubenbecher

· · · Feuereimer

Häufig Lederausführung, jedoch auch aus Strohwülsten

· · · Kohleneimer *

Meist kantige, konische Metallausführungen (verzinktes Eisenblech); teilweise nur Rahmenkonstruktionen zum Einlegen (Einschichten) von Normbriketts

· · · Melkeimer

Neben konischer Eimerform aus Weißblech auch asymmetrische (->) Daubenkonstruktionen mit verlängerter Griffdaube

· · Faß

In der Regel ein oben und unten durch einen Boden bzw. Deckel und Boden geschlossenes zylindrisches ("Ölfaß") oder gebauchtes Gefäß oft mit einem Zapfloch oder Entnahmeöffnung und mit vorwiegend großem Inhalt .
Hauptfunktion: Transport, Lagerung
Volumen: Bei technischem Gebrauch meist > 5 l, bei Kleinformen ("Schnapsfaß", "Essigfaß") geringeres Volumen

· · · Abfalltonne

Meist übliche Faßform, teilweise mit entsprechender Aufschrift (Weißblech, emailliertes Eisenblech; rezent Plastmaterial)

· · · Bierfaß

Gängige bikonvexe Faßform, früher in Daubentechnik, heute meist Gußaluminium mit vorgetäuschten Faßreifen in Wulstform

· · · Butterfaß

(->) Drehbutterfaß, (->) Rührbutterfaß, (->) Stoßbutterfaß (Kerkhoff-Hader, Abb. 322-331, 340-343)

· · · · Drehbutterfaß

Meist geböttcherte flache Faßform mit zentraler Drehachse; jüngere Beispiele: oft aus Glas ("Vierkantflasche" oder rund) und mit Weißblech-Schraubdeckeleinsatz

· · · · Rührbutterfaß

Faßform mit besonderem Aufsatz, der zentral eine rahmenartige oder plattenförmige Rühreinrichtung enthält, die um eine vertikale Achse bewegt wird (ältere Formen: Daubentechnik)

· · · · Stoßbutterfaß

Meist hoher konisch/zylindrischer Topf mit Deckel und Spezialeinsatz (perforierte Platte/Rahmen), der vertikal an einer Achse auf und ab bewegt wird (Daubentechnik, Vollholz, Irdenware, Steinzeug, Braungeschirr).

· · · Lagel

Querformatige längliche Faßform (Holz, Eisenblech) mit Öffnung auf der Längsseite, z.T. speziell auch für den Lebendfischtransport (Benker, S. 134, Abb. 247; Gebhard, S. 145)

· · · Tragfaß

Meist länglich schmale Faßform mit Ösen für einen Tragriemen oder -band; formal oft ähnlich dem (->) Lagel, ist das Tragfaß jedoch mehr zum Transport von Flüssigkeiten bzw. Alkoholika gedacht (Daubentechnik; s.a. Dexel I/II, 1980, S. 156,

· · · Weinfaß

Meist länglich schmale Faßform mit Ösen für einen Tragriemen oder -band; formal oft ähnlich dem (->) Lagel, ist das Tragfaß jedoch mehr zum Transport von Flüssigkeiten bzw. Alkoholika gedacht (Daubentechnik; s.a. Dexel I/II, 1980, S. 156,

· · Kessel

Offenes bauchiges, metallenes Gefäß (Keramik: -> Topfform); der Boden ist meist gerundet bis halbkugelförmig; meist mit einem starren oder beweglichen Bügel oder (zwei oder drei) Ösen für Kettenaufhängung versehen.
Proportion: Die Gefäßhöhe H entspricht in etwa dem Mündungsdurchmesser D, er kann auch größer sein.
Volumen: Mehrere Liter bis nach oben beliebig (Kessel zum Bierbrauen; für ländliche Destillationsanlagen etc.)
Hauptfunktion: Siedevorgänge, Speisezubereitung für große Mengen; "Waschkessel" können auch gerundete Übergänge zu einem ebenen Boden aufweisen.

· · · Reine

Relativ flache, längsrechteckige Form zum Backen und Braten "im Rohr", an den Kurzseiten meist mit Handhaben (meist mit horizontalen Bügeln) (Irdenware, emailliertes Eisenblech, Gußeisen, verzinntes Kupferblech)

· · · Schaff

Schaff

· · · Wanne

Längliche bis ovale flache bis tiefe Formen; meist aus Holz oder Blech; Bodenquerschnitt gerundet oder eben ; eine weitgehend synonyme, regional stark variierende Namensgebung ist zu beachten.

· · · · Fußbadewanne

Meist kleine, runde bis ovale (tiefe), oft unspezifische Wannenform bis funktional geeignete (->) Schalenformen (Abschnitt "Schale"; Zinkblech)

· · · · Sitzbadewanne

Mittelgroße Wannenform mit einfacher Sitzvorrichtung und lehnenartiger Stütze (Zinkblech)

· · · · Vollbadewanne

Freistehend oder eingebaut (Zinkblech, emailliertes Gußeisen)

· · Pfanne

Flaches, meist rundes Kochgeschirr zum Braten auf dem Herd, das ohne bzw. mit Fuß/Füßen, Handhabe(n)
(Stiel/Rohrgriff) verwendet wird.

· · · Bräter

Meist ovale bis längsrechteckige Pfannenform mit meist höherem Deckel zum Braten; Bräter wurden oft aus stärker belastbarem Material wie dickwandiger Irdenware, Gußeisen, emailliertem Eisenblech angefertigt.

· · · · Gansbräter

Form und Material identisch (->) Hasenbräter - Hasenpfanne

· · · · Hasenpfanne

Pfannenform mit hoher Zarge, einem schmal zulaufenden und einem breiten, tief ausgebuchteten Ende mit Querbügel
(Irdenware, emailliertes Eisenblech; Bauer, Ingolf: Treuchtlinger Geschirr, S. 133)

· · · Bratpfanne

Runde Pfannenform mit Stiel- oder Rohrgriff

· · · Kaffeeröstpfanne

Flache Form mit teilweise starrem Deckel und zentraler Dreheinrichtung

· · · Kasserolle

Flacher runder Topf, üblicherweise mit Stiel oder Rohrgriff und vorwiegend flachem Deckel zum Braten und Schmoren im Rohr und auf dem Herd (emailliertes Eisenblech, Gußeisen, Irdenware)

· · · Rohrpfanne

Runde Pfannenform mit Rohrgriff

· · · Saurüssel

Pfannenform in Form einer halbierten zylindrischen engmundigen Flasche; häufig mit Druckmuldenleisten um die Gefäßmündung (Irdenware)

· · · Schneckenpfanne

Flachpfanne mit kleinen halbkugeligen Vertiefungen für bestimmte kleine Gerichte (z.B. Eierspeise "Ochsenaugen";
Irdenware, emailliertes Eisenblech, verzinntes Kupferblech)

· · Vase

Formal meist eine Topfform (aber auch: Flaschen- und Kugelformen etc.), die das gesamte Konturen- und Proportionsverhältnis (bis hin zu den "Blumenschalen") umfassen kann. Während Handhaben aller Art vergleichsweise selten sind, ist der Dekor- und Technologiereichtum außerordentlich vielfältig. Die Namensgebung ist form- und/oder funktionsorientiert (Balustervase, Blumenvase); sie kann durch ein die Kontur bezeichnendes Adjektiv ergänzt werden (z.B. zylindrische, kugelförmige etc. Vase; vgl. (->) Topfformen). Vielfältige Werkstoffverwendung, auch Kombinationen; Irdenware wurde sehr selten verwendet.

· · · Amphora

Im Prinzip ein Doppelhenkelgefäß mit Spitzboden; vorwiegend in Altbeständen mit griechisch-römischer Keramik bzw. historisierenden Ausführungen (frühe Andenkenware)

· · · Balustervase

Eine Topfform mit hoher bauchiger Schulter, meist mit Zylinderhals und leicht einziehender Zone und zum Stand hin ausschwingendem Bereich; die Form wurde häufig als (->) Potpourri-Vase ausgeführt (Fayence, Steingut, Porzellan)

· · · Blumenvase *

Formunspezifischer Funktionsname

· · · Bodenvase

Großformatige Vase, oft mit Standfuß etc.

· · · Deckelvase

(->) Vasendefinition; Deckel häufig nicht erhalten, so daß Benennungen deckelloser Vasen letztlich nicht ganz sicher sind (Bröhan III).

· · · Einsteckvase

Typisch ein spitz zulaufendes Teil (z.B. Dorn, Nagel) am unteren Ende (Reinartz, Abb. 1555)

· · · Hyazinthglas

Hohes flaschenförmiges, konisch zulaufendes, glattes oder längsoptisch geblasenes Gefäß mit schalenartiger Erweiterung der Mündungszone

· · · Kürbisvase

Auf meist leicht ausschwingender Fußzone befinden sich zwei aufeinandergesetzte, kugelartige Gefäßkörper mit zwischenständiger Einschnürung. Der obere Teil ist meist kleiner und mit glattem Rand (Fayence, Porzellan).

· · · Maienkrug

Veralteter Begriff, meist für eine Doppelhenkelvase; wiederholt einschließlich der "Blumen" vollständig aus Holz oder anorganischem Material (bemaltes Blech etc.; Brückner, Wolfgang: Der Blumenstrauß als Realie. In: "Medium Aevum Quotidianum". Krems 1992. S. 19-61 : Ill.)

· · · Potpourri(Vase)

Vasen, oft mit "durchbrochenem" Deckel und/oder meist schulterständigen Wandöffnungen zur Einlage duftender Kräuter oder Essenzenträger wie ätherische Öle; vor allem aus Fayence und Porzellan

· · · Stangenvase

Vasen, oft mit "durchbrochenem" Deckel und/oder meist schulterständigen Wandöffnungen zur Einlage duftender Kräuter oder Essenzenträger wie ätherische Öle; vor allem aus Fayence und Porzellan

· · · Wandvase

Häufige Form mit Gefäßteil für Wasser und meist plattenförmiger Rückseite bzw. Aufhängevorrichtung; im Stile der 30er-50er Jahre besonders verbreitet.

· · einfache Topfform

Eine Zuordnung einzelner Objekte zur Gruppe "Einfache Topfformen" oder "Sonderformen" erweist sich wiederholt als problematisch; sie läßt sich oft mangels absoluter Kriterien nicht zuverlässig durchführen und führt zu mancher subjektiver Entscheidung und Einteilung. Dazu kommt, daß viele Funktionsformen eine große formale Breite aufweisen. Beispiele: Weihwasserkessel, Kaffeemaschinen, Malhörner, Tintenfässer, Salzfaß-Salzbüchse, Sparbüchsen etc.
Zu den "Einfachen Topfformen" werden im vorliegenden Zusammenhang vor allem die Ausführungen gerechnet, die mehrfach nutzbar sind, im Gegensatz zu den häufiger spezialisierten Untergruppen wie (->) Eimer, (->) Faß, Kessel, Mörser, (->) Pfanne, Vase etc.

· · · Albarello

Hohe zylindrische, bauchige oder bikonkave Topfformen für die Aufbewahrung nichtflüssiger Arzneigrundstoffe oder -zubereitungen; meist aus Holz, Fayence oder Porzellan, selten aus anderen Materialien; variable Verschlußarten von Pergament, Holz bis zur Materialgleichheit; zur genaueren Einordnung ist Spezialliteratur erforderlich.

· · · Blumentopf

Meist konische, schmucklose Topfform mit Bodenloch (Irdenware)

· · · Blumenübertopf

Meist großvolumige, oft glockenförmige Formen ohne Bodenloch; oft mit Dekor (vielfältige Werkstoffe; Bauer, Hafnergeschirr, Abb. 171, 172; zahlr. Beispiele bei Bröhan III; Grasmann, Kröninger Hafnerei, S. 135)

· · · Bonbonglas

Runde oder viereckige topfartige Glasform mit eingeschliffenem Steckdeckel oder Schraubdeckel (Stülpdeckeltypus), teilweise mit abgewinkeltem Mündungsteil

· · · Brennkapsel

Meist topfartige Brennhilfe beim keramischen Brand (hochgebrannte Irdenware, Schamotte)

· · · Bügeltopf

Topf mit starrem oder beweglichem Bügel (Handhabe über Mündung); keramische Werkstoffe, gelegentlich Zinn

· · · Dampfkochtopf

Meist Metallausführungen (Gußeisen, Aluminium) von Töpfen mit druckfest verschließbarem Deckel und Druckventil

· · · Doppelhenkeltopf

Topf mit üblicherweise zwei gegenständigen Henkeln, die vertikal oder horizontal orientiert sein können (Irdenware, Steinzeug, Braungeschirr, emailliertes Eisenblech, Eisen etc., kaum Glas).

· · · Dreifußtopf

Flache Topf- bzw. Pfannenformen mit symmetrisch angesetzten Füßen oder Standformen (-knubben etc.); variantenreiche Formen und Namensgebungen (Irdenware, Messing/Bronze, Eisen; s.a. Dexel I/II, 1981, S. 39)

· · · Eichmaß

Meist topfartige, glattwandige Gefäße mit (regionaler) Eichmarke; vor allem Metalle und emailliertes Eisenblech, aber auch Daubentechnik (->) Getreidemaß; s.a. Dexel I/II, 1980, S. 169)

· · · Einhängetopf

Konische oder bauchige Topfvariante mit zwei vertikalen Henkeln und umlaufendem Einhängering (Irdenware, emailliertes Eisenblech, Gußeisen)

· · · Einkochglas

Zylindrische Formen mit (oft patentiertem) Randfalz für einen entsprechenden Flachdeckel; meist Glas, aber auch emailliertes Eisenblech

· · · Einkochtopf

Übergroße Topfform, ursprünglich meist mit Sondereinsatz; "Wecktopf" (verzinktes Eisenblech)

· · · Einmachtopf

Keramische oder emaillierte Eisenblech-Variante des (->) Einkochglases; meist mit Binderand (Steingut, Steinzeug, Braungeschirr)

· · · Essigkrug

Hochschultrige, leicht bauchige Doppelhenkel-Topfform mit Zapfloch; vorwiegend in Ostbayern (Irdenware)

· · · Gärtopf

Hohe Topfform mit einem Rand mit U-förmigem Querschnitt und zugehörigem hohen Stülpdeckel (Steinzeug, vor allem mitteldeutsches Braungeschirr)

· · · Gelte

Topfartiges (->) Daubengefäß (Abschnitt "Becher") mit verlängerter Griffdaube; oft gleich wie (->) Sechter (Gebhard, S. 61)

· · · Getreidemaß

Weitgehend identisch mit (->) Eichmaß, jedoch mit großen Volumina, z.B. 50 oder 100 l

· · · · Metze

Topfartiges Getreidemaß mit definiertem Inhalt, häufig in Daubentechnik; vgl. Abschnitt "Becher": (->) Daubenbecher

· · · · Scheffel

Topfartiges Getreidemaß mit definiertem Inhalt, meist Daubenkonstruktion

· · · Grapen

Bauchiger (->) Dreibeintopf; ursprünglich nur auf Bronzeausführungen bezogen, zunehmend werden auch (ältere) Irdenwareausführungen so benannt.

· · · Henkeltopf

Meist ist damit nur ein Henkel angesprochen; s.a. (->) Doppelhenkeltopf (keramische Werkstoffe, Metalle); s.a. (->) "Spitzhaferl"

· · · Kerzenkühler

Querrechteckige hohe Topfform zum Abkühlen frisch gegossener oder gezogener Kerzen (s. Abschnitt "Sonderformen": (->) Kerzen(gieß/zieh)form; Irdenware)

· · · Kugeltopf *

Reine Funktionsbezeichung; meist einfacher zylindrischer, bauchiger oder konischer (->) Henkel- oder Doppelhenkeltopf

· · · Leimtopf

a) Entspricht einem kleinen (->) Dreifußtopf mit Rohrgriff aus Gußeisen zum Erwärmen von Tischlerleim.
b) Doppelwandige Kupfergefäße in Topfform oder entsprechende Formen mit Einsatz als Wasserbad zum gleichen Zweck.

· · · Melassetopf

Starkwandiger Topf mit niedrigem zylinderförmigen Hals (Irdenware); Verwendung in der älteren Zuckerindustrie; s.a. Abschnitt "Sonderformen": (->) Zuckerhutform

· · · Milchtopf

Fast immer zylindrischer oder leicht bauchiger Schnauzentopf, oder: s. Abschnitt "Kanne": (->) Milchkanne: zylindrisches Gefäß mit abgesetztem Hals, Deckel und Bügel (keramische Werkstoffe, emailliertes Eisenblech)

· · · Nachttopf

Vergleichsweise niederer, breiter Henkel- oder Doppelhenkeltopf, oft mit verbreitertem Rand (vorwiegend keramische Werkstoffe, emailliertes Eisenblech, Glas; Berwing, Abb. 6, 7, 9, 16, 22, 31, 32; Grasmann, Kröninger Hafnerei, S. 135; Reinartz, Abb. 1708)

· · · Petersilientopf

Siebtopfähnliche Form mit auffällig großen Löchern (unglasierte Irdenware; Lehnemann, Abb. 45; Segschneider, Abb. 275)

· · · Plattentopf

Sächsisch: (->) Henkeltopf mit/ohne Schnauze mit ebenem Boden; s.a. (->) Rutscher

· · · Räuchertopf

Topf- und Schalenformen mit durchbrochenen Wänden (Metallegierungen)

· · · Rohrtopf

Meist bauchige bis zylindrische Topfform mit schulterständigem Ausgußrohr

· · · Rutscher

Henkeltopfform mit ebenem Boden (auch bei Kaffeekannen mitteldeutscher Herkunft und Verbreitung) und niedrigem Schwerpunkt; flächige Verbreitung seit der Einführung der Herde ("Kochmaschine") mit gußeiserner Plattenabdeckung. Zahlreiche dieser Topfvarianten mit einer Schnauze oder einer Ausgußmulde wurden/werden von der Bevölkerung auch als Milchtopf, Milchhafen, "Milchhäfele" etc. angesprochen

· · · Salbentopf

Kleineres topfartiges, zylindrisches bis bauchiges oder auch (bi-) konkaves Gefäß zum Einfüllen von salbenartigen Zubereitungen (Salben, Pomaden etc.; bei älteren Formen mit Binderand; bei jüngeren für Steck- und Stülpdeckel vorgesehen.

· · · Schmierfaß

Zylindrische, weitmundige Topfform mit Aufhängeschnur (Holz, Eisenblech) zur Aufbewahrung von Wagenschmiere

· · · Schraubtopf

Runde bis mehrfach abgeplattete einfache Topfform mit relativ engem Hals (kleiner als Gefäßdurchmesser); gleitende Übergänge zwischen Schraubflasche und Schraubtopf. Die Bezeichnungen in der Literatur sind oft nicht genau definiert.

· · · Senftopf

Meist topf- bis faßartige Form mit einem, für einen Löffel ausgeschnittenen Deckel, gelegentlich mit fest montiertem Unterteller (Bröhan III, S. 274); ohne Aufschrift sehr ähnlich bis identisch dem eher flacheren Honigtopf und der Marmeladendose ( -topf; s. Abschnitt "Büchse/Dose": Marmeladendose); (Bröhan III, S. 274; S. 602)

· · · Siebtopf

Konischer Henkel- oder Doppelhenkeltopf mit gelochten Wänden und Boden zum Abtropfen der Molke, meist mit drei kleinen Füßen oder Standknubben (Irdenware, Steinzeug, emailliertes Eisenblech; Fries, S. 271); wird in manchen Gegenden auch als Käsekorb bezeichnet.

· · · Spitzhaferl

Konisch zulaufender, oft leicht gebauchter (->) Henkeltopf (Irdenware); s.a. Abschnitt "Schüssel", (->) "Weitling"

· · · Spucknapf

Topfform, oft mit trichterförmigem Einsatz (Steingut, Fayence, Porzellan, emailliertes Eisenblech; Berwing, Abb. 60) - In Preislisten um 1900 werden oft auch einfache, unspezifische flache Topfformen als Spucknapf angeboten.

· · · Tabakstopf

Meist zylindrische Topfform, häufig mit zwei gegenständigen Knäufen (Knopfgriffen), häufig mit Inschriften der vertreibenden Tabakfirma (Steinzeug, Steingut; Segschneider, Taf. VIII, XII, XVI, weitere zahlr. Abb.; Glas: Silberglas, Abb. 131, 135-137)

· · · Tragflasche

Hohe Flaschen, Krüge oder Töpfe mit nicht zu kleiner Öffnung und mit meist gegenständig angebrachten Ösenpaaren (für Tragriemen, Tragschnüre) zum Transport von flüchtigen, meist arzneilich verwendeten Ölen (= "Olitäten") im Wanderhandel (Steinzeug, Irdenware)

· · · Wassergrand

Große runde oder viereckige niederbayerische Topfform (Wasserbehälter; Irdenware, graphitierte Irdenware)

· · · Weinkühler

Meist ein hoher Doppelhenkeltopf, meist Metallausführung, manchmal doppelwandig (Bröhan IV, S. 31)

· · · Wurstkrug

S. Abschnitt "Krug": (->) Melonenkanne - Melonenkrug; s.a. Abschnitt "Kanne": (->) Zweiring-Enghalskrug

· · · Zapflochgefäß

Topf- oder Faßform, häufig als bauchiger bis zylindrischer (->) Doppelhenkeltopf, mit bodennaher Zapflochöffnung, gegebenenfalls mit Zapfhahn (= Kran(en); keramische Werkstoffe); s.a. Abschnitt "Kanne": (->) Kran(en)kanne

· · · Zwillingstopf

Zwei mit einem stegartigen Band miteinander verbundene, oft leicht bauchige Töpfe, meist mit einem zentralen Bügel versehen (Irdenware, Zinn, verzinktes Eisenblech; s.a. Dexel I/II, 1981, S. 271; Istvan, S. 76, 78; Weinhold, Töpferwerk, Abb. 103)

· · · Zylindertopf

Zylindrischer Topf mit gegenständigen Griffmulden (vowiegend Steinzeug; Fries, S. 267)
Syn.: Krauttopf, Krautständer, Bohnentopf; vgl. Abschnitt "Sonderformen": Laboratoriumsgefäße: (->) Überlaufgefäß (ohne Ablaufrohre)